UK-EXPORTS: 5 DEUTSCHE ABLEGER

Über die Jahre hinweg haben sich viele deutsche Produktionsfirmen an Ablegern ausländischer Serien versucht, darunter nicht wenige aus dem Vereinigten Königreich. Manches war recht erfolgreich, anderes eine absolute Katastrophe. In meinem Artikel UK Exports: 10 legendäre Sketche habe ich schon die deutsche Adaption von The Sketch Show angesprochen, der es am nötigen Schwung fehlte. Sie war aber nur die Spitze des Eisbergs und man mag überrascht sein, welche vermeintlichen "Originale" eigentlich von den britischen Inseln stammen.






Das iTeam – Die Jungs an der Maus

Ableger von The IT Crowd



Das Orignal


The IT Crowd war eine britische Sitcom von Graham Linehan, die zwischen 2006 - 13 auf Channel 4 lief. Im Zentrum der Handlung steht die dreiköpfige IT-Abteilung von Reynholm Industries, bestehend aus dem neurotischen Iren Roy (Chris O'Dowd), dem weltfremden Geek Moss (Richard Ayoade) und ihrer Kollegin Jen (Katherine Parkinson) die zwar keine Ahnung von Computern hat, dafür im Gegensatz zu ihren beiden Kollegen über zumindest ein paar Social skills verfügt. Wiederkehrende Charaktere sind zudem ihr völlig größenwahnsinniger Boss Denholm Reynholm (Chris Morris), später ersetzt durch seinen Sohn Douglas (Matt Berry) und der exzentrische, in einen dunklen Serverraum verbannte Goth Richmond (Noel Fielding).


Schon anderthalb Jahre vor der amerikanischen Erfolgssitcom The Big Bang Theory beschäftige sich The IT Crowd mit "Nerds" und ihren Schwierigkeiten in der "normalen Welt", behielt das Schema aber im Gegensatz dazu ungebrochen bei, ohne es mit irgendeinem Beziehungskram aufzulockern. Der Humor der Serie ist gespickt mit subtilen pop- und nerdkulturellen Referenzen ohne die Mehrheit der Seher zu befremden; verbindet zum brüllen absurde Situationskomik mit brillanten Dialogen, die stark von den individuellen Stimmen und Akzenten der Akteure profitieren.





Der Ableger


Seit 2007 gab es drei Versuche einer amerikanischen Adaption, in einer davon nahm Richard Ayoade seine Rolle als Moss wieder auf. Bis jetzt blieben alle Bemühungen in der Richtung ohne Erfolg. Vielversprechender erschien der 2008 produzierte deutsche Ableger Das iTeam – Die Jungs an der Maus mit Sky du Mont, von dem auch tatsächlich eine erste Staffel für Sat 1 umgesetzt wurde. Allerdings wurde die Serie schon nach 2 Folgen wieder eingestellt. Die Kritiken waren vernichtend, selbst Graham Linehan der seine Originaldrehbücher für die Produktion beigesteuert hatte, meinte später "Oh, dear God, what have I done?" Ich selber konnte mir dazu leider kein Bild machen, da es mir nicht möglich war im Internet auch nur einen Ausschnitt aus dem Ableger zu erhaschen. Soviel ich mitbekommen habe handelte es sich dabei aber tatsächlich - ähnlich wie beim ersten Piloten der amerikanischen Ableger - um eine 1:1 Umsetzung bereits bestehender Folgen. Allein das Logo spricht aber schon Bände...








Stromberg

Ableger von The Office (UK)



Das Original


Das bekannteste Beispiel einer britischen Serie die es zu zahlreichen Adaptionen quer über den Globus geschafft hat, ist die Mockumentary-Sitcom The Office, aus der Feder von Ricky Gervais und Stephen Merchant (siehe auch The Ricky Gervais Show, sehr zu empfehlen!) Zwischen 2001 - 03 für die BBC produziert zeigt sie den Alltag in einem Großraumbüro unter der Leitung des überheblichen Managers David Brent (Ricky Gervais), der beim steten Versuch Dominanz und Souveränität vorzutäuschen von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpert. Aber auch seine Untergebenen, die seine dummen Scherze erdulden müssen, sind nicht ohne Makel: So versucht beispielsweise der gelangweile Sachbearbeiter Tim Canterbury (Martin Freeman) der Fadesse seines Jobs zu entkommen indem er sich an die Rezeptionistin Dawn Tinsley (Lucy Davis) ranschmeißt, die allerdings mit Lagerarbeiter Tim liiert ist. Indess schwankt Brent's eigene Vorgesetzte Jennifer Taylor-Clark (Stirling Gallacher) zwischen Belustigung und Entsetzen über sein Verhalten den Mitarbeitern gegenüber.


The Office zeichnet sich durch das Spannungsfeld zwischen den Charakteren aus, sowie der tragischen Komik einer stets bröckelnden Fassade die Brent und seine Mitarbeiter aufrecht zu erhalten versuchen. Aber derart gekonnt, dass man der Serie ihren großen Erfolg nicht absprechen kann. Nicht umsonst gewann das originale The Office als erste britische Serie 2004 einen Golden Globe in den Kategorien Comedy sowie Musical/Comedy Actor (Ricky Gervais) und ließ amerikanische Produktionen wie Monk und Will & Grace leer ausgehen. 






Der Ableger


Noch weit erfolgreicher als das britische Original war die US-amerikanische Adaption gleichen Namens, die zwischen 2005 - 2013 auf NBC ausgestrahlt wurde. Steve Carell spielte Ricky Gervais' Counterpart Michael Scott. Etwa zur selben Zeit, genauer: Von 2004 - 2012 wurde auch ein Ableger für den deutschen Sender Pro7 umgesetzt; das von Ralf Husmann produzierte Stromberg. Der Leiter des Büros dient diesmal der titelgebende Bernd Stromberg, gespielt von Christoph Maria Herbst, der im Gegensatz zu seinen englischsprachigen Kollegen noch viel arroganter auftritt, sich nach Außen hin als Inbegriff des fleißigen Deutschen gibt, in Wahrheit aber ein noch viel intriganteres Arschloch ist, das kaum über wirkliche soziale noch fachliche Kompetenzen verfügt.


Wenngleich Stromberg sehr erfolgreich lief, einige Preise gewann und von Kritikern auch positiv aufgenommen wurde, war sein Status als Adaption nicht von Anfang an klar und die BBC musste erst Klage einreichen bevor ab der zweiten Staffel der Zusatz "Inspired by the UK BBC series ‚The Office‘ created by Ricky Gervais and Stephen Merchant" in den Credits integriert wurde.






Sketch History


Ableger von Horrible History



Disclaimer: Offiziell scheint es sich dabei zwar nicht um einen Ableger zu handeln, die Parallelen zwischen beiden Serien sind aber unverkennbar.


Das Original


Horrible Histories ist eine Sketchshow für Kinder, basierend auf den unterhaltsamen Geschichtsunterrichtsformaten gleichen Namens von Terry Deary. Das kreative Team hinter der Serie wurde aus bekannten britischen Comedyreihen für Erwachsene rekrutiert, die sich von historischen Satiren wie Blackadder oder den Monty Python-Filmen inspirieren ließen. Die Serie lief 2009 - 14 auf CBBC, moderiert von der Rattenpuppe Rattus Rattus (gesprochen von John Eccleston) - in späteren Neuauflagen von Stephen Fry - die darauf aufmerksam machte, welche Teile der schon ordentlich verulkten Ereignisse tatsächlichen Fakten entsprachen. Für die jeweiligen Epochen die vorgestellt wurden gab es zudem eigene Rubriknamen wie Rotten Romans, Terrible Tudors, Gorgeous Georgians oder Vile Victorians.


Die Reihe erfreute sich auch beim erwachsenen Publikum zunehmender Beliebtheit und gewann zahlreiche Preise. Kritiker loben die Genauigkeit der Fakten, stoßen sich aber mitunter daran, dass in der Serie, im Gegensatz zu den Büchern, viel mehr die Unterhaltung in den Vordergrund gestellt wurde. Viele der Gags drehen sich auch um gross-out humor, also der Behandlung von Fäkalhumor, der Ausscheidung von Körperflüssigkeiten, Tod und Folter. Allzu geschmacklos ist aber auch das nicht, im Vergleich zu den wohl überlegten, absurden Parodien, Rubriken und Musiknummern die während der Sendung zum Einsatz kommen.






Der Ableger


Zwischen 2015 - 19 sendete der ZDF in unregelmäßigen Abständen Folgen ihrer eigenen Sketchserie mit Fokus auf weltgeschichtliche Ereignisse, untermalt mit ironischen Off-Kommentaren von Bastian Pastewka und Animationen im Stil von Terry Gilliam. Im Gegensatz zu Horrible Histories werden in ihr auch wichtige Ereignisse der deutschen Geschichte und etwas modernere Anekdoten behandelt, wie ein Vorfall während des Drehs von Fitzgarraldo, in dem der Schauspieler Klaus Kinski ausrastete. Und der Fokus liegt auch bei weitem nicht so sehr nur auf Kindern, was sich auch an den zahlreichen Innuendos bemerken lässt. Die Reihe verblüfft mit authentischem Setdesign und Kostümen aus dem Doku-Fundus des ZDF, zeichnet sich für seinen besseren deutschen Humor und Liebe zur Situationskomik im Stile von Der Schuh des Manitu aus. Die Kritik schwankte zwischen hohem Lob und Stimmen die von einem billigen Abklatsch ebensolcher Reihen wie Horrible Histories sprachen, tatsächlich hat Sketch History aber auch ein paar Preise gewonnen. Der Idee es könnte sich um einen Ableger handeln könnte man entgegenhalten, dass es ähnliche Sendungen schon lange davor gegeben hat, wie das wenig bekannte The Complete and Utter History of Britain (1969) von und mit Michael Palin & Terry Jones. 






Hurra Deutschland

Ableger von Spitting Image



Das Original


Spitting Image war eine der letzten großen Fernsehproduktionen der britischen Alternative Comedy-Welle in den 1980ern. Eine politisch-satirische Puppenshow für Erwachsene die zwischen 1984 - 96 auf ITV lief, geschrieben und umgesetzt von Peter Fluck und Roger Law. Die zur Hand genommenen Latexpuppen bildeten groteske Karikaturen damals bekannter Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ab. Die Serie zeichnete sich für seinen unverschämten schwarzen Humor aus und hielt mit kritischen Spitzen am Weltgeschehen nicht zurück. Sie war ein großer Erfolg und wusste auch mit ihren musikalischen Einlagen zu überzeugen. The Chicken Song schaffte es seinerzeit auf Platz 1 in den UK-Charts. 2020 gab es eine Neuauflage mit Parodien des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump, deren Ausstrahlung in den USA stark eingebremst wurde.






Der Ableger


Der Erfolg von Spitting Image war so groß, dass es zahlreiche Ableger quer über den Globus gab. So auch in Deutschland, das vom WDR produzierte Hurra Deutschland (1989 - 91) das im Programm der ARD ausgestrahlt wurde. Im Gegensatz zum britischen Original nutzte die Sendung weitaus größere Puppen im Maßstab 1:1 die pro Stück 10.000 DM kosteten. Laut Produzenten Hugo Göke kostete eine Staffel soviel wie eine ganze Tatort-Produktion. Die Serie war stärker von der deutschen Kultur geprägt und lebte von seinen hervorragenden Stimmenimitatoren. Da ihre Inhalte aber zeitgeschichtlich nicht ganz so relevant waren - wen interessieren heute noch die privaten Eskapaden von Helmut Kohl - ist sie zunehmend in Vergessenheit geraten. Zwischen 2003 - 04 gab ein weniger bissiges Spinoff auf RTL 2, genannt Hurra Deutschland – Jetzt erst recht! und eine Puppe vom damaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder fand auch Verwendung in den Musikvideos zur Radioreihe Die Gerd-Show von Stimmimitator Elmar Brandt.


Bei uns in Österreich gab es ebenfalls einen Ableger, wenn auch keinen allzu erfolgreichen. Telewisch'n lief zwischen 1987–1989 im Programm des ORF.





Die Nervensäge

Ableger von Goodbye, Mr. Kent



Das Original


Zum Schluss noch ein britisches Original das gefloppt ist und dessen deutscher Ableger weitaus erfolgreicher lief. Die Rede ist von der britischen Sitcom Goodbye, Mr. Kent das 1982 im Programm der BBC lief und es nicht über die erste Staffel hinaus schaffte. Und das obwohl sie mit den damals recht bekannten Darstellern Richard Briers und Hannah Gordon besetzt war. Die frisch geschiedene Victoria Jones (Gordon) lebt mit ihrer Tochter Lucy (Talla Hayes) zusammen in einem kleinen Haus und sucht händeringend einen Untermieter, um ihre Rechnungen bezahlen zu können. Dabei kommt ihr der eigensinnige Journalist Travis Kent (Briers) unter, der sich als äußerst schlampig und nervtötend erweist, der sich aber auch zusehends für sie erwärmt. Die Serie verdankt ihren Titel dem Umstand, dass Victoria stets kurz davor ist ihren unliebsamen Dauergast vor die Tür zu setzen. Goodbye, Mr. Kent ist ein gutes Beispiel dafür, dass gescheiterte britische Produktionen nicht automatisch schlecht sein müssen. Im Gegenteil: Die Serie ist sehr erheiternd, schwungvoll und warmherzig.





Der Ableger


1985 zeigte der ZDF den Ableger Die Nervensäge (später: Didi - Der Untermieter) mit Dieter Hallervorden, seiner damaligen Frau Rotraud Schindler und ihrer gemeinsamen Tochter Nathalie Hallervorden. Hierbei handelt es sich erneut - zumindest die Pilotfolge betreffend - um eine 1:1-Umsetzung, wobei das Timing diesmal erstklassig ist und sehr von der natürlichen Chemie der Charaktere profitiert. Zu den Autoren Peter Robinson und Peter Vincent die bereits an Goodbye, Mr Kent geschrieben hatten gesellten sich mehrere deutsche Kolleginnen und Kollegen, darunter Nathalie Hallervorden selbst.


Die Nervensäge ist kaum so rasant wie ihr englischer Counterpart, gleicht dies aber vor allem mit Dieter Hallervorden's charmant verschrobenen Art aus. Im Gegensatz zu dieser schaffte es die deutsche Serie auch in eine zweite Staffel die 1986 ausgestrahlt wurde.



#FEEDBACK

von Manuel Waldner 11. Februar 2026
Willkommen zum „INFINITI“-Spezial im Kollektiv Podcast! DI Dr. Norbert Frischauf (CERN, ESA, NASA) und Host Manuel Waldner diskutieren die Space- & Science-Highlights des Jahres 2026 und beantworten eure ZuschauerInnenfragen. Nach 50 Jahren Abwesenheit kehrt die Menschheit mit der Artemis-Mission und europäischer Beteiligung endlich zum Mond zurück, um dort eine dauerhafte Präsenz als Sprungbrett für den Mars aufzubauen. Norbert Frischauf beleuchtet die faszinierende Suche nach Leben auf dem Roten Planeten, wo Methan-Vorkommen und unterirdisches Eis auf noch existierende Mikroben hindeuten könnten. Der Podcast taucht tief in die Welt der Physik ein, von der Suche nach Dunkler Materie am CERN bis hin zur kritischen Einordnung der aktuellen Hypes um Kernfusion und Mega-Raketen wie dem Starship. Auch die Grenzen der Künstlichen Intelligenz in der Forschung und die ethischen Risiken von Geoengineering werden schonungslos analysiert. Abschließend gibt es einen Ausblick auf 2026, wo neue Super-Teleskope wie das ELT und James Webb potenziell erste echte Biosignaturen auf fremden Welten entdecken könnten. 01:12 - Rückkehr zum Mond: Das europäische Servicemodul und das neue Artemis-Raumschiff 02:13 - Artemis vs. Apollo: Warum wir nach 50 Jahren wieder fliegen und was anders ist 05:05 - Wasser am Mond: Warum die Pole und der "Halo Orbit" entscheidend sind 07:58 - Sprungbrett Mars: Nuklearantriebe und der Mond als Weltraumbahnhof 11:04 - Der Mars-Rover: Technische Herausforderungen bei -80 Grad Celsius 14:10 - Leben auf dem Mars: Methan als starkes Indiz für unterirdische Mikroben 17:39 - Mega-Raketen: Sinkende Kosten durch Starship und die Grenzen der Physik 22:42 - Dunkle Materie: Was uns Gravitationslinsen und das Euklid-Teleskop verraten 25:28 - Blick ins CERN: Wie Teilchenbeschleuniger den Urknall simulieren 31:44 - KI in der Wissenschaft: Warum Klimamodelle keine "starke KI" sind 37:59 - Robotergesetze: Isaac Asimovs Regeln und die Grenzen moderner Algorithmen 39:20 - CRISPR & Genetik: Warum der medizinische Durchbruch noch Zeit braucht 41:59 - Kernfusion erklärt: Der Unterschied zwischen Laser-Fusion und Tokamak 48:44 - Der neue Super-Collider (FCC): Warum wir eine 20-Milliarden-Maschine brauchen 55:52 - Ausblick 2026: Das European Extremely Large Telescope und die Suche nach einer zweiten Erde Ihr wollt auch eine Antwort vom Profi? Schickt eure Fragen an science@kollektiv-magazin.com . Die spannendsten Einsendungen nehmen wir in die nächste Episode auf! 👉 Vergesst nicht zu abonnieren! Werdet Teil des Kollektivs und verpasst keine unserer Touren, Talks und Eskapaden mehr.
von Manuel Waldner 30. Januar 2026
Die Nächte in Reykjavík flüstern von Maschinen und Träumen. Ein Echo hallt durch die Dunkelheit: "Afrit... Afritvél..." Die "Kopiermaschine" surrt unheilvoll, bereit, mehr als nur Tinte zu übertragen. Sie saugt Sehnsüchte auf, projiziert Bilder auf eine Leinwand der Besessenheit. Eine junge Frau steht im Scheinwerferlicht ihrer Fantasie, eine Königin auf einer Bühne, die nur in ihrem Kopf existiert. Doch der Glanz trügt. Hinter der polierten Fassade brodelt eine dunkle Wahrheit. Eine unheilvolle Entdeckung in der Stille des Kopierraums. Ein Stil kopiert bis ins kleinste Detail – und mit ihm ein Schatten des Endes. Angst kriecht unter die Haut, eine unstillbare Gier nach etwas, das nicht ihr Eigen ist. Warum diese tiefe Traurigkeit im Herzen, wenn die Oberfläche doch so strahlend ist? Sie tanzt auf einem schmalen Grat zwischen Märchen und Realität, unantastbar in ihrer eigenen Welt. Der Kopf hoch erhoben, ein flüchtiger Stern am Nachthimmel. Doch das "La-La-Land", in dem sie lebt, droht zu zerbrechen, ihre Handlungen hinterlassen Spuren der Zerstörung. Ist dieser gefährliche Pfad wirklich der Weg in die Freiheit? Die Maschine flüstert weiter, verlangt nach mehr. Träume sollen kopiert, Strahlen fixiert werden. Nicht nur der Wunsch nach dem Rampenlicht, sondern das Verlangen, das innerste Wesen zu duplizieren – "Afrit, Afritvél, viltu afrita genið?" Willst du das Gen kopieren? Teure Kleider, ein perfekt gestyltes Haar – eine Rüstung gegen die Welt. Die hasserfüllten Blicke prallen ab an einer Mauer aus Ignoranz. Prada als Schutzschild, während in den Casinos von Las Vegas ein riskantes Spiel mit dem Schicksal getrieben wird. Und dann diese Visionen: Einhörner und Engel, ein Kuss am Abgrund, ein Aufstieg in einen violetten Himmel. Ein flüchtiger Moment der Erlösung, in dem die Freiheit in den Augen glitzert. Doch ist es echt? Oder nur ein weiteres Bild, projiziert von der unheimlichen Maschine? Die "Afritvél" läuft unaufhaltsam weiter, eine Metapher für eine gefährliche Suche nach Identität. Eine Geschichte von Besessenheit, von der trügerischen Verlockung der Nachahmung und dem verzweifelten Wunsch, jemand anderes zu sein. Lausche genau, denn in den elektronischen Beats und dem eindringlichen Gesang verbirgt sich eine dunkle Wahrheit über den Preis der Freiheit und die Zerbrechlichkeit des Selbst. Hier gibt es mehr Informationen zum Musikprojekt: https://www.kollektiv-magazin.com/ai-musikprojekt-dominion-protocol
von Manuel Waldner 30. Januar 2026
Vom Rockprofessor bis zur Ex-Politikerin, vom Hit-Produzenten bis zum Kinder-Entertainer: Wir waren zu Gast bei Reinhart Gabriels „Stammtisch für Kunstschaffende“. Ein Blick hinter die Kulissen einer Szene, die vor allem eines braucht: Echte Begegnung. Es ist keine gewöhnliche Podcast-Folge aus dem Wohnzimmer, wo sonst die Wäsche hängt. Diesmal sind wir mittendrin im Geschehen. Der Ort: Ein Raum voller Geschichte(n). Der Anlass: Der Stammtisch für Kunstschaffende. Hier geht es nicht um bloßes Visitenkarten-Tauschen, sondern um das Überleben und Aufblühen in einer Branche, die so hart wie herzlich sein kann. Das Ziel ist branchen- und generationenübergreifendes Netzwerken, bei dem man sofort weiß, „Wer ist wer“. Gastgeber Reinhart Gabriel hat eine klare Mission: Er schafft Räume für Begegnungen und Weiterbildung, damit Menschen voneinander lernen können. Doch was nehmen Künstlerinnen und Künstler konkret vom Stammtisch für Kunstschaffende mit? Reinhart Gabriel betont, dass es neben Theorie und Honorarnoten vor allem um das „praktische Wissen aus meinen letzten 35 Jahren in diesem Musikbusiness“ geht. Besonders am Herzen liegt ihm dabei die mentale Gesundheit: „Jede Menge Tipps und Tricks, wie man das Ganze ohne Substanzen übersteht. Dieses Business.“ Generationenübergreifender Groove Das Besondere am Stammtisch für Kunstschaffende ist der Mix: Hier trifft der Newcomer auf die Legende. Einer dieser Legendären ist Reinhold Bilgeri. Als Rockprofessor, Filmemacher und Autor hat er fast alles erreicht, doch der Antrieb ist ungebrochen. „Künstlerisch treiben mich meine Ideen, die nach wie vor herumkreisen, in meinem Kopf an“ , erzählt Bilgeri. Für ihn ist die Verbindung der Disziplinen ein Glücksfall: „Ich kann einen Roman schreiben und aus dem Roman ein Drehbuch machen [...] und dann am Schluss hast ein Film da.“. Eine Generation weiter – und doch künstlerisch verbunden – ist seine Tochter Laura Bilgeri . Nach sechs Jahren in Los Angeles hat sie im Lockdown ihre Liebe zur Musik entdeckt. Der Wechsel vom Filmset zur Musikbühne war fließend: „Alles Kreative ist wunderschön. Egal, ob es jetzt an einem Set ist [...] oder im Musikstudio“. Dennoch gibt es Unterschiede in der Nervosität. Auf die Frage, was nervenaufreibender sei – Casting oder Live-Auftritt – antwortet sie klar: „Tatsächlich ein Casting [...] Meistens sind diese Caster halt sehr emotionslos [...] Und bei einem Liveauftritt kriegst du gleich ein Feedback.“ Von der politischen Arena auf die Showbühne Einen der wohl spannendsten Karriere-Twists des Abends verkörpert Eva Glawischnig-Piesczek . Die ehemalige Spitzenpolitikerin ist heute auch musikalisch unterwegs. Hilft die Erfahrung harter politischer Debatten gegen Lampenfieber beim Singen? „Absolut. Also so exponiert zu sein wie in einem Parlament [...] In so einer richtigen Arena, in einer Kampfarena bist. Das ist schon eine Spur härter, als auf einer Musik Bühne zu stehen.“ Privat liebt sie Soul und Aretha Franklin – Musik, bei der man auch mal „Achter machen“ kann mit der Hüfte. Das Geschäft mit der Musik: Streaming, Hits und Rechte Doch Romantik allein zahlt keine Miete. Alexander Kahr , einer der erfolgreichsten Hitproduzenten des Landes, gibt Einblicke in die veränderte Realität der Musikproduktion im Streaming-Zeitalter. Die Aufmerksamkeitsspanne sinkt: „Dass der Anfang nie länger wie 3 bis 4 Sekunden sein sollte [...] Sonst bist du sofort weg.“ Dennoch bleibt für Kahr eines entscheidend: Die Persönlichkeit. Die ganz Großen, so Kahr, „haben sich selber nie wichtig genommen“. Damit am Ende auch das Geld stimmt, setzen sich Menschen wie Hans Ecker (AKM-Vizepräsident) und Emanuel Treu (AKM-Vorstandsmitglied) ein. Treu, der selbst den Podcast "Der erfolgreiche Musiker hostet", sieht keinen Widerspruch zwischen Funktionärsarbeit und Kreativität. Im Gegenteil: „Ich bin eigentlich überzeugt davon, dass ich ein besseres Vorstandsmitglied bin. Deshalb, weil ich die Branche hautnah erlebe.“. Ehrliches Feedback: Kinder und der Wiener „Schmäh“ Wer wissen will, ob eine Performance wirklich funktioniert, sollte Christoph Hirschler fragen. Der Kinderentertainer und Zauberer stellt sich täglich der härtesten Jury der Welt. „Wenn es ein Kind nicht interessiert, steht auf und geht oder macht irgendwas anderes.“ Diese Schule der direkten Resonanz hilft ihm auch vor erwachsenem Publikum. Ein Publikumsliebling ganz anderer Art ist Adi Hirschal . Er hat das „Strizzi-Lied“ wieder salonfähig gemacht und sieht darin eine Antwort auf den Zeitgeist: „Die Sehnsucht nach einer Unkorrektheit, die völlig abhanden gekommen ist in der letzten Zeit, weil alles so korrekt ist und so geschniegelt.“ . Sein Rat an die Jungen? Nicht im stillen Kämmerlein bleiben, sondern „Offen zu sein.“. Wien: Mehr als Mozart W24-Journalist Gerhard Koller bestätigt beim Stammtisch für Kunstschaffende, dass Wien seinen Ruf als Weltstadt der Musik zu Recht trägt, sich aber wandelt. Es geht nicht mehr nur um Mozart und Falco. „Gerade der neue Austro Pop [...] ist ein ganz starkes Lebenszeichen.“ . Bands wie Wanda oder Bilderbuch zeigen eine „ganz moderne, neue Art des Wienerischen“. Fazit: Vernetzung ist alles Ob Bildregisseur Axel Hofmann , der live Pannen ausbügeln muss, ohne dass der Zuschauer es merkt , oder das Musik-Duo Pilat & Pross , die sich blind verstehen: Der Tenor des Abends ist eindeutig. In einer Zeit, in der vieles digital und oberflächlich läuft, ist der persönliche Kontakt Gold wert. Der Stammtisch für Kunstschaffende von Reinhart Gabriel beweist: Wenn Menschen ihre Geschichten teilen, entstehen nicht nur Netzwerke, sondern Inspiration für die Zukunft. Die Gäste dieser Ausgabe Reinhart Gabriel: Gastgeber & Seminarleiter Reinhold Bilgeri: Rockprofessor & Multimedia-Künstler Laura Bilgeri: Schauspielerin & Musikerin Hans Ecker: AKM-Vizepräsident Emanuel Treu: Songwriter, Podcaster & AKM-Vorstand Eva Glawischnig-Piesczek: Ex-Politikerin & Sängerin Gerhard Koller: Journalist (W24) Axel Hofmann: Bildregisseur Adi Hirschal: Schauspieler & Intendant Christoph Hirschler: Kinderentertainer Alexander Kahr: Musikproduzent Pilat & Pross: Musik-Duo Sonja Plöchl: Model & Bookerin Credits: Redaktion & Schnitt: Manuel Waldner | Kamera: Marcus Schwemin
von 9498f634-f807-4500-9e1c-402ffc16fceb 30. Januar 2026
DI DR. NORBERT FRISCHAUF ÜBER DAS LEBEN IM ALL!