UK-EXPORTS: WELTFRAUENTAG-SPECIAL

Die weibliche Seite des britischen Humors...


Aufmerksamen Lesern unserer Reihe UK Export wird aufgefallen sein, dass ein Großteil der bisher vorgestellten Comedians männlich ist. Wir haben uns bemüht auch immer wieder weibliche Comedians vorzustellen, doch zeigt sich hier eine der negativen Seiten der britischen Kultur, die leider sehr konservativ und chauvinistisch angehaucht zu sein scheint. Den Wenigsten wurde von Sendern wie der BBC eine Chance gegeben und wenn, dann meist nur im Verbund mit männlichen Partnern. Dabei gäbe es sehr wohl etliche hervorragende Comedians unter den Frauen, allein schon wenn man sich die grandiose Stand-Up-Szene anschaut, die dank Youtube mittlerweile auch international zugänglich ist. Pünktlich zum Weltfrauentag wollen wir eine Auswahl an weiblichen britischen Comedians vorstellen die es wirklich in sich haben...





1. French and Saunders




Apropos Stand-Up: In den späten 70ern setzte sich in der britischen Stand-Up-Szene ein harscherer, anarcher und politischer Ton durch. Publikumsbeschimpfungen und skandalöse Parodien waren an der Tagesordnung. Es war der Beginn der Alternative Comedy-Welle, die sich gegen die verkopfte Absurdität des pythonesken Humors zugunsten eines niederschwelligeren Programms für's Arbeiterpublikum stellte und die Regierung unter der damaligen Premierministerin Margaret Thatcher anprangerte. Dawn French und Jennifer Saunders waren Teil dieser Bewegung und bildeten schon bald einen sehr erfolgreichen Double act. In den 1980ern erwies sich die Alternative Comedy als so erfolgreich, dass ihren besten Vertretern sogar eigene Sendungen angeboten wurden, darunter Sitcoms wie The Young Ones oder die Anthologieserie The Comic Strip Presents.... 1987 bekamen schließlich auch French & Saunders ihre eigene Sketchshow, deren Erfolg sie weit über die Alternative Comedy-Welle hinaus führte und auch einige Liveauftritte zur Folge hatte. Ihr Sketch "Modern Mother and Daughter" bildete die Basis für die spätere Erfolgssitcom Absolutely Fabulous von Jennifer Saunders und Joanna Lumely, die wiederum Einfluss auf andere internationale Serien mit starken Frauenrollen hatte, wie die amerikanischen Sitcoms Cybill oder High Society.



 


2. Watson & Oliver




Lorna Watson und Ingrid Oliver machten sich mit drei grandiosen Performances zwischen 2006 und 2008 beim jährlichen Edinburgh Festival Fringe in Schottland einen Namen. Sie erregten damit die Aufmerksamkeit der BBC, die ihnen 2012 eine eigene Sketchshow gab, die 2013 um eine zweite Staffel erweitert wurde. Das Duo nennt sowohl French & Saunders als auch Fry & Laurie als Vorbilder.



3. Smack My Pony





1999 startete auf Channel 4 die später international vertriebene Sketchcomedy Smack the Pony mit großteils weiblichem Cast. Dazu gehörten Fiona Allen, Doon Mackichan und Sally Phillips, sowie Sarah Alexander, Darren Boyd und Cavan Clerkin mit wiederkehrenden Auftritten. Smack the Pony zeichnete sich nicht nur durch seine in den 1990ern stark verbreiteten Slice-of-Life-Elemente aus, sondern auch durch seinen surrealen Humor. In Deutschland wurde die Reihe erstmals bei ProSieben ausgestrahlt.



4. The Catherine Tate Show





Catherine Tate wuchs ohne Vater in einer von Frauen dominierten Familie in Bloomsbury auf. In jungen Jahren litt sie an einer Zwangsstörung, die sich in krankhaften Wortassoziationen widerspiegelten. Sie ging auf einige katholische Schulen, wo sich in ihr der Wunsch nach einer Karriere als professionelle Schauspielerin formte. Ein Traum den sie mit viel harter Arbeit realisieren konnte. Sie startete im Theater, spielte mehrere kleinere und größere Rollen in verschiedenen Film und Fernsehproduktionen, sowie an der Seite heute namhafter Comedians wie Lee Mack, David Williams (Little Britain), Peter Kay und Dawn French. Letztere soll gesagt haben: "Catherine Tate is far too talented and she must be destroyed."


Zwischen 2004 - 07 ging auf der BBC ihr erstes eigenes Programm, die Catherine Tate Show auf Sendung. Eine Sketchshow die mit absurden Situationen und fantastischen Charakteren bestückt war, welche von Tate selbst sehr abwechslungsreich und überzeugend verkörpert wurde. Zu ihren Gästen zählten unter anderem so bekannte Akteure wie Peter Kay, Bonnie Langford, Kathy Burke, Daniel Craig und David Tennant. An der Seite von Letzterem wurde Tate auch einem internationalen Publikum bekannt, nämlich als Donna Noble in der Science Fiction-Serie Doctor Who.



5. Psychobitches



Rebecca Front spielt eine Psychoanalytikerin die sich den seelischen Leiden der bedeutendsten Frauen der Menschheitsgeschichte annimmt. Zu ihrer Klientel in der Pilotfolge von 2012 zählen beispielsweise Eva Braun, Edith Piaf, Jane Austen, Frida Kahlo, Johanna von Orlean, Mutter Theresa, Mary Whitehouse, Judy Garland und mehr. Zu den wiederkehrenden Akteuren zählen Sharon Horgan, Samantha Spiro, Frances Barber, Selina Griffiths, Katy Brand, Morgana Robinson, Seb Cardinal, Dustin Demri-Burns, Julia Davis, Michelle Gomez und Catherine Tate. Zwischen 2012 - 14 entstanden insgesamt 2 Staffeln die auf dem Free-to-air-Sender Sky Arts ausgestraht wurden.

 



#FEEDBACK

von Manuel Waldner 15. Januar 2026
Der Text von "Nóttin talar" (Die Nacht spricht) drückt tiefe Traurigkeit und den Wunsch aus, in die Vergangenheit zurückzukehren. Bilder wie ein versteckter Pfad und ein grauer Spiegel deuten auf eine Innenschau und den Wunsch hin, zur Vergangenheit zurückzukehren. Der Sänger spricht von Erinnerungen, die wie Glut brennen, und unausgesprochenen Worten, und fragt sich, ob Antworten in einer anderen Zeit existieren. Es gibt ein starkes Gefühl der Schuld und den Wunsch, vergangene Fehler ungeschehen zu machen, wobei wiederholt darum gebeten wird, Í GEGNUM TÍMANN (durch die Zeit) zurückzukehren, um Dinge zu reparieren. Das Vergehen der Zeit wird durch fallende Tage und stille Tränen dargestellt, was hervorhebt, dass die Zeit nicht umgekehrt werden kann. Der Sänger träumt von einer zweiten Chance, präsent und liebevoll zu sein. Auch wenn eine Rückkehr unmöglich sein mag und der Schmerz persönlich ist, bleibt die Hoffnung, Dinge richtigzustellen. Das Musikvideo, das drei junge Männer beim Spaß zeigt, steht im Kontrast zu diesen traurigen Texten. Es scheint hervorzuheben, wie schnell die Jugend und diese unbeschwerten Zeiten vergehen und wie Handlungen in der Jugend später zu Bedauern führen können. Die Freude im Video repräsentiert eine Zeit, die nicht zurückgebracht werden kann, und die Texte deuten darauf hin, dass die jungen Männer eines Tages zurückblicken und sich wünschen könnten, sie hätten Dinge anders gemacht. Der Unterschied zwischen den fröhlichen Bildern und den traurigen Worten betont, wie die Zeit vergeht und wie unsere vergangenen Handlungen uns belasten können. Hier gibt es mehr Informationen zum Musikprojekt: https://www.kollektiv-magazin.com/ai-musikprojekt-dominion-protocol
von Manuel Waldner 15. Januar 2026
COCO BARICZ | ARTISTIN | COMEDIAN
von Manuel Waldner 12. Januar 2026
Eigentlich stehen sie in der zweiten Reihe und halten den großen Stars des Landes den Rücken frei. Doch wenn Thommy Pilat und David Pross gemeinsam die Bühne betreten, gehört das Rampenlicht ganz allein ihnen – und ihrem unnachahmlichen Mix aus virtuoser Musik und Wiener Kleinkunst. Wien, 15. Bezirk. Das „Tschocherl“ ist eigentlich ein Ort für die kleinen Momente, doch an diesem Abend wirkt es fast zu klein für die geballte Präsenz, die da auf der Bühne steht. Thommy Pilat und David Pross haben geladen. Wer die beiden kennt, weiß: Hier geht es nicht nur um Noten, hier geht es um das „G’fühl“. Die Edel-Dienstleister treten vor Normalerweise sind die beiden das, was man in der Branche respektvoll „Jobmusiker“ nennt. Hochkarätige Profis, die gebucht werden, wenn der Sound perfekt sitzen muss. Ob als Begleitmusiker für namhafte Austropop-Größen oder in diversen Studioformationen – Pilat und Pross haben in der heimischen Szene längst ihre Spuren hinterlassen. Doch das Duo-Projekt ist ihr Herzstück, ihre kreative Spielwiese. Hier erfüllen sie sich den Traum, die großen Gesten der Popwelt gegen die Intimität der Kleinkunst einzutauschen. Das Ergebnis ist eine Melange aus anspruchsvollem Repertoire und einem Unterhaltungswert, der oft an klassisches Kabarett grenzt. Zwei Originale: Wer sind die Männer hinter den Instrumenten? Thommy Pilat ist in Wien kein Unbekannter. Als Sänger und Gitarrist steht er normalerweise seiner eigenen Formation „Thommy Pilat & Band – Die JÄGER“ vor. Er beherrscht die Kunst, Gefühle in seine Stimme zu legen, ohne dabei ins Kitschige abzugleiten. Im Duo mit Pross übernimmt er den Part des charmanten Erzählers, dessen Gitarrenspiel so präzise wie gefühlvoll ist. David Pross hingegen ist das musikalische Schweizer Taschenmesser des Duos. „Der David kann leider jedes Instrument spielen“, scherzt ein Gast im Video – und trifft damit den Kern. Ob am Bass, am Klavier oder mit seiner markanten Stimme, die jedes Cover zu einem eigenen Song macht: Pross ist ein Vollblutmusiker durch und durch. Seine Vita ist geprägt von der Zusammenarbeit mit zahlreichen Künstlern der Wiener Szene, wobei er oft auch als Produzent und Arrangeur im Hintergrund die Fäden zieht. „Die zwei Bladen“ und der Asterix-Faktor Was den Abend im Tschocherl so besonders macht, ist die Authentizität. Die beiden nehmen sich selbst nicht zu ernst. Mit einer ordentlichen Portion Wiener Schmäh wird über das eigene Gewicht gefrotzelt – ein Insider-Witz, der sogar zu dem (inoffiziellen) Arbeitstitel „Die zwei Bladen“ führte, initiiert von ihren eigenen Partnerinnen. Vergleiche mit Asterix und Obelix oder einem „Brad Pitt in Troja“ (mit einem Augenzwinkern) fliegen durch den Raum. Es ist diese Mischung aus Selbstironie und musikalischer Perfektion, die das Publikum abholt. Man hört Klassiker wie „Ohne Dich schlaf ich heut Nacht nicht ein“ oder „Marlene“, doch in der Interpretation von Pilat & Pross klingen sie nicht nach Kopie, sondern nach einer ehrlichen Hommage. Ein Abend für die Seele Das Fazit der Zuschauer ist eindeutig: „Sensationell“, „authentisch“, „einfach nur geil“. Es ist die Chemie zwischen den beiden „Männern im besten Alter“, wie es ein Fan ausdrückt, die den Funken überspringen lässt. Wenn sie am Ende des Abends „Free Falling“ anstimmen, dann glaubt man ihnen das aufs Wort. Pilat & Pross beweisen, dass man nicht immer die großen Stadien braucht, um große Kunst zu machen. Manchmal reicht ein kleines Lokal im 15. Bezirk, zwei Instrumente und zwei Musiker, die genau wissen, wer sie sind – und was sie können.
von Manuel Waldner 19. November 2025
NASA-BILDERGALERIE: https://science.nasa.gov/solar-system/comets/3i-atlas/comet-3i-atlas-image-gallery/