PETER AUF AHNENSUCHE



Psst! Können wir euch ein Geheimnis verraten? Hin und wieder reposten wir vom Kollektiv-Magazin ältere Beiträge aus unserem Archiv. Um uns zum Einen mehr Zeit für unsere neuen Artikeln und Podcasts zu lassen, damit sie unseren hohen Ansprüchen genügen. Zum Anderen, weil wir uns mit den alten Artikeln ja auch Mühe gegeben haben und manche davon auch nochmal ins Rampenlicht setzen wollen. Der Grund warum wir Reposts nicht auf die große Glocke hängen ist natürlich der, dass wir nicht den Eindruck erwecken wollen, dem Kollektiv-Magazin würde der Saft ausgehen, dass nichts Neues und Frisches mehr nachkommt und man gut beraten ist sich anderweitig umzusehen. Die Wahrheit ist: Uns geht Qualität vor Quantität! Und obwohl wir auch oft mit unseren Brotberufen und anderen Projekten, wie der Radiosendung
Show de Toilette beschäftigt sind, investieren wir nach wie vor viel Zeit und Energie in unsere Beiträge.


Das gesagt, mag man einwerfen, dass es in letzter Zeit doch wieder häufiger zu Reposts gekommen ist! In meinem Fall hat das einen etwas persönlicheren Grund, über den ich im heutigen Artikel sprechen möchte - wobei ich meiner Familie zuliebe leider darauf verzichten muss, allzu sehr ins Detail zu gehen! Nur soviel: Im vergangenen Jahr ist ein wichtiges Mitglied meiner Familie gestorben, was eine große Leere hinterlassen hat, die ich mit etwas Konstruktivem zu füllen versuchte. Da es seit vielen Jahren Unklarheiten über einen Zweig der Familie gab, von dem wir so gut wie nichts wissen und mir von einer halbwegs seriösen Quelle ein DNA-Kit angeboten wurde, beschloss ich die Chance zu ergreifen und auf Ahnensuche zu gehen, so gering ich den Erfolg dieses Unterfangens zunächst auch einschätzte.






Meine Erfahrung mit dem DNA-Kit





Zunächst eine Warnung: So harmlos es auch klingen mag, seine DNA an ein Labor zu schicken, um Näheres über seine Herkunft zu erfahren, sollte man doch im Hinterkopf behalten, dass man damit einen Haufen Informationen über sich und seine Familie preis gibt. Der Handel mit Informationen wie diesen ist ein dreckiges Geschäft: Man kann nie genau sagen wer sie in die Hände bekommt und was damit angestellt wird. Man sollte also sehr sorgfältig darüber nachdenken, bevor man sich so ein DNA-Kit zulegt! Rückblickend betrachtet war ich wohl selbst in keinem Zustand in dem es klug gewesen ist Entscheidungen wie diese zu treffen, doch was nutzt es jetzt noch über verschüttete Milch zu weinen!


Ich hatte mein DNA-Kit über eine Webseite bezogen, auf der ich schon vor Jahren begonnen hatte, meinen Stammbaum einzurichten - ich nenne den Anbieter aus Diskretionsgründen lieber nicht! Das hatte den Vorteil, dass der Test nicht nur relativ günstig war, ich konnte die Ergebnisse auch gleich mit der Datenbank abgleichen. Bis es soweit war vergingen allerdings mehrere, nervenzehrende Wochen und Monate. Denn meine Proben musste erst nach Amerika geschickt, genauestens analysiert und die Ergebnisse ausgewertet werden. Als es endlich soweit war, staunte ich nicht schlecht. Denn von jemandem der eben noch über einen Mangel an Migrationshintergrund geklagt hatte, war ich zu jemanden geworden der sich laut Ethnizitätsschätzung als 25,6 % Nord- und Westeuropäer, 24,1 % Balkanbewohner, 21,8 % Skandinavier, 18,6 % Engländer und 9,9 % Griechisch und Süditalienisch herausstellte.


Mir wurden nun auch Nutzer der Webseite angezeigt, die laut meiner DNA mit mir verwandt waren. Anhand der Daten konnte ich auch sehen, wie hoch der Grad der Verwandtschaft war. Mit den Eltern teilt man zum Beispiel 50 % des Erbguts, mit den Großeltern 25 % und so weiter. Cousins und Cousinen liegen natürlich noch ein bisschen tiefer, da sie sich Erbgut mit Leuten teilen, mit denen man nicht direkt verwandt ist - das heißt, im Idealfall. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich fand eine Verwandte aus dem verlorenen Zweig der Familie, mit immerhin 9,6 % Übereinstimmung und nahm Kontakt auf. Damit begann der eigentlich spannende Teil meiner Reise... 






Der Stammbaum wächst



Nicht meiner! Dieser gehört der Familie Habsburg, mit der ich - meines Wissens - nichts zu schaffen habe...



Was nun begann war eine ausgiebige Recherchearbeit! Ein stetes Wühlen durch alle möglichen Stammbäume, Geburtsurkunden, Volkszählungen, Militärakten, Karten, Wikipedia-Einträge zu bestimmten geschichtlichen Ereignissen und so weiter und so fort. Das hat eine Menge Zeit und Energie verschlungen - auch da viele Daten nicht übereinstimmten und ich doppelt und dreifach nachprüfen musste. Die Ausbeute war allerdings enorm! Ich lernte so viel über die Geschichte meiner Familie das ich noch nicht wusste. Dass viele meiner Vorfahren Fischer, Farmer, Schiffsbauer und Soldaten gewesen waren - ein Pirat ist angeblich auch dabei. Und ich fand sogar eine Spur die mich nach Liverpool führte und das zu einer Zeit, da die englische Stadt keine 80.000 Einwohner zählte. Was die Frage aufwirft: Bin ich entfernt mit den Beatles verwandt?

Meine genealogische Detektivarbeit waren die Mühen definitiv wert! Man beschäftigt sich mit Dingen, mit denen man sich zuvor nie beschäftigt hatte, betrachtet historische Ereignisse wie den Krieg von 1812 aus einer viel persönlicheren Perspektive, gewinnt dadurch soviel Einsicht in sich selbst und Inspiration mit der man eine ganze Bibliothek füllen könnte. Dafür allein war es schon wert, meine Arbeit am Kollektiv-Magazin ein bisschen schleifen zu lassen! (Aber auch nur ein bisschen, versprochen!)


Was das Durchforsten von Stammbäumen betrifft gilt auch hier: Qualität vor Quantität! Nur weil jemand einen besonders großen, scheinbar detaillierten Stammbaum hat, heißt das nicht, dass auch gründlich an der Sache gearbeitet wurde. Je mehr Dokumente aufscheinen, die das Geschriebene bestätigen, desto besser. Wobei man auch hier Vorsicht walten lassen muss! Aus einem anderen Teil meiner Familie weiß ich, wie leicht Beamte Daten und Namen durcheinander bringen, sodass sich zB der Nachname eines jeden Familienmitglieds ein bisschen anders schreibt. Man darf sich bei seinen Recherchen nie zu sicher sein und sollte alles mehrfach nachprüfen. Das direkte Gespräch mit den Leuten ist auch von unschätzbaren Wert. Nicht nur lernt man die potentielle Verwandtschaft näher kennen, man erhält auch leichter Zugriff zu weiterem Material, das für's Internet dann doch ein wenig zu persönlich ist.


Unterm Strich kann ich die Erfahrung, so frustrierend sie stellenweise auch sein kann, sehr wohl empfehlen! Man sollte halt die nötige Zeit und Geduld mitbringen, ein gutes Auge bei der Erkennung von Mustern und einen halbwegs logisch-denkenden Geist haben.




#FEEDBACK

von Peter.W. 24. Februar 2026
2019 wurde auf 4chan dazu aufgerufen Fotos zu posten, die folgenden Kriterien entsprechen sollten: "disquieting images that just feel 'off'" Am 18. Mai reichte ein anonymer User das Foto eines unwirtlichen gelben Korridors ein, das bereits seit mindestens 2011 im Netz kursierte. Dieses wurde am darauffolgenden Tag von einem anonymen User um den Namen Backrooms und folgende Creepypasta ergänzt: If you're not careful and you noclip out of reality in the wrong areas, you'll end up in the Backrooms, where it's nothing but the stink of old moist carpet, the madness of mono-yellow, the endless background noise of fluorescent lights at maximum hum-buzz, and approximately six hundred million square miles of randomly segmented empty rooms to be trapped in God save you if you hear something wandering around nearby, because it sure as hell has heard you. Von da an ging eine Welle der Inspiration durch's Netz. Fans bauten weiter auf dem Mythos auf, kreierten ihre eigenen Bilder, Geschichten, Spiele und Filme. Diverse Internethorror-Channels berichteten über das Phänomen und auch wir vom Kollektiv-Magazin stellten die Backrooms im August 2021 in unserem Artikel Dark Oddities # 13 vor und kamen sogar auf das zugrundeliegende Konzept der Liminal Spaces zu sprechen. Den wirklichen Durchbruch schafften die Backrooms aber am 1. Februar 2022, als der damals 16-jährige Filmemacher und VFX-Artist Kane Parsons aka Kane Pixels das Erste einer ganzen Reihe von Analog Horror-Videos veröffentlichte: "The Backrooms (Found Footage)". Das raffiniert gemachte Nischenprojekt avancierte rasch zur viralen Sensation. Innerhalb eines Monats wurde es 13 Millionen mal angeklickt. Und die Massen hungerten nach mehr!
von Manuel Waldner 11. Februar 2026
Willkommen zum „INFINITI“-Spezial im Kollektiv Podcast! DI Dr. Norbert Frischauf (CERN, ESA, NASA) und Host Manuel Waldner diskutieren die Space- & Science-Highlights des Jahres 2026 und beantworten eure ZuschauerInnenfragen. Nach 50 Jahren Abwesenheit kehrt die Menschheit mit der Artemis-Mission und europäischer Beteiligung endlich zum Mond zurück, um dort eine dauerhafte Präsenz als Sprungbrett für den Mars aufzubauen. Norbert Frischauf beleuchtet die faszinierende Suche nach Leben auf dem Roten Planeten, wo Methan-Vorkommen und unterirdisches Eis auf noch existierende Mikroben hindeuten könnten. Der Podcast taucht tief in die Welt der Physik ein, von der Suche nach Dunkler Materie am CERN bis hin zur kritischen Einordnung der aktuellen Hypes um Kernfusion und Mega-Raketen wie dem Starship. Auch die Grenzen der Künstlichen Intelligenz in der Forschung und die ethischen Risiken von Geoengineering werden schonungslos analysiert. Abschließend gibt es einen Ausblick auf 2026, wo neue Super-Teleskope wie das ELT und James Webb potenziell erste echte Biosignaturen auf fremden Welten entdecken könnten. 01:12 - Rückkehr zum Mond: Das europäische Servicemodul und das neue Artemis-Raumschiff 02:13 - Artemis vs. Apollo: Warum wir nach 50 Jahren wieder fliegen und was anders ist 05:05 - Wasser am Mond: Warum die Pole und der "Halo Orbit" entscheidend sind 07:58 - Sprungbrett Mars: Nuklearantriebe und der Mond als Weltraumbahnhof 11:04 - Der Mars-Rover: Technische Herausforderungen bei -80 Grad Celsius 14:10 - Leben auf dem Mars: Methan als starkes Indiz für unterirdische Mikroben 17:39 - Mega-Raketen: Sinkende Kosten durch Starship und die Grenzen der Physik 22:42 - Dunkle Materie: Was uns Gravitationslinsen und das Euklid-Teleskop verraten 25:28 - Blick ins CERN: Wie Teilchenbeschleuniger den Urknall simulieren 31:44 - KI in der Wissenschaft: Warum Klimamodelle keine "starke KI" sind 37:59 - Robotergesetze: Isaac Asimovs Regeln und die Grenzen moderner Algorithmen 39:20 - CRISPR & Genetik: Warum der medizinische Durchbruch noch Zeit braucht 41:59 - Kernfusion erklärt: Der Unterschied zwischen Laser-Fusion und Tokamak 48:44 - Der neue Super-Collider (FCC): Warum wir eine 20-Milliarden-Maschine brauchen 55:52 - Ausblick 2026: Das European Extremely Large Telescope und die Suche nach einer zweiten Erde Ihr wollt auch eine Antwort vom Profi? Schickt eure Fragen an science@kollektiv-magazin.com . Die spannendsten Einsendungen nehmen wir in die nächste Episode auf! 👉 Vergesst nicht zu abonnieren! Werdet Teil des Kollektivs und verpasst keine unserer Touren, Talks und Eskapaden mehr.
von Manuel Waldner 30. Januar 2026
Die Nächte in Reykjavík flüstern von Maschinen und Träumen. Ein Echo hallt durch die Dunkelheit: "Afrit... Afritvél..." Die "Kopiermaschine" surrt unheilvoll, bereit, mehr als nur Tinte zu übertragen. Sie saugt Sehnsüchte auf, projiziert Bilder auf eine Leinwand der Besessenheit. Eine junge Frau steht im Scheinwerferlicht ihrer Fantasie, eine Königin auf einer Bühne, die nur in ihrem Kopf existiert. Doch der Glanz trügt. Hinter der polierten Fassade brodelt eine dunkle Wahrheit. Eine unheilvolle Entdeckung in der Stille des Kopierraums. Ein Stil kopiert bis ins kleinste Detail – und mit ihm ein Schatten des Endes. Angst kriecht unter die Haut, eine unstillbare Gier nach etwas, das nicht ihr Eigen ist. Warum diese tiefe Traurigkeit im Herzen, wenn die Oberfläche doch so strahlend ist? Sie tanzt auf einem schmalen Grat zwischen Märchen und Realität, unantastbar in ihrer eigenen Welt. Der Kopf hoch erhoben, ein flüchtiger Stern am Nachthimmel. Doch das "La-La-Land", in dem sie lebt, droht zu zerbrechen, ihre Handlungen hinterlassen Spuren der Zerstörung. Ist dieser gefährliche Pfad wirklich der Weg in die Freiheit? Die Maschine flüstert weiter, verlangt nach mehr. Träume sollen kopiert, Strahlen fixiert werden. Nicht nur der Wunsch nach dem Rampenlicht, sondern das Verlangen, das innerste Wesen zu duplizieren – "Afrit, Afritvél, viltu afrita genið?" Willst du das Gen kopieren? Teure Kleider, ein perfekt gestyltes Haar – eine Rüstung gegen die Welt. Die hasserfüllten Blicke prallen ab an einer Mauer aus Ignoranz. Prada als Schutzschild, während in den Casinos von Las Vegas ein riskantes Spiel mit dem Schicksal getrieben wird. Und dann diese Visionen: Einhörner und Engel, ein Kuss am Abgrund, ein Aufstieg in einen violetten Himmel. Ein flüchtiger Moment der Erlösung, in dem die Freiheit in den Augen glitzert. Doch ist es echt? Oder nur ein weiteres Bild, projiziert von der unheimlichen Maschine? Die "Afritvél" läuft unaufhaltsam weiter, eine Metapher für eine gefährliche Suche nach Identität. Eine Geschichte von Besessenheit, von der trügerischen Verlockung der Nachahmung und dem verzweifelten Wunsch, jemand anderes zu sein. Lausche genau, denn in den elektronischen Beats und dem eindringlichen Gesang verbirgt sich eine dunkle Wahrheit über den Preis der Freiheit und die Zerbrechlichkeit des Selbst. Hier gibt es mehr Informationen zum Musikprojekt: https://www.kollektiv-magazin.com/ai-musikprojekt-dominion-protocol
von Manuel Waldner 30. Januar 2026
Vom Rockprofessor bis zur Ex-Politikerin, vom Hit-Produzenten bis zum Kinder-Entertainer: Wir waren zu Gast bei Reinhart Gabriels „Stammtisch für Kunstschaffende“. Ein Blick hinter die Kulissen einer Szene, die vor allem eines braucht: Echte Begegnung. Es ist keine gewöhnliche Podcast-Folge aus dem Wohnzimmer, wo sonst die Wäsche hängt. Diesmal sind wir mittendrin im Geschehen. Der Ort: Ein Raum voller Geschichte(n). Der Anlass: Der Stammtisch für Kunstschaffende. Hier geht es nicht um bloßes Visitenkarten-Tauschen, sondern um das Überleben und Aufblühen in einer Branche, die so hart wie herzlich sein kann. Das Ziel ist branchen- und generationenübergreifendes Netzwerken, bei dem man sofort weiß, „Wer ist wer“. Gastgeber Reinhart Gabriel hat eine klare Mission: Er schafft Räume für Begegnungen und Weiterbildung, damit Menschen voneinander lernen können. Doch was nehmen Künstlerinnen und Künstler konkret vom Stammtisch für Kunstschaffende mit? Reinhart Gabriel betont, dass es neben Theorie und Honorarnoten vor allem um das „praktische Wissen aus meinen letzten 35 Jahren in diesem Musikbusiness“ geht. Besonders am Herzen liegt ihm dabei die mentale Gesundheit: „Jede Menge Tipps und Tricks, wie man das Ganze ohne Substanzen übersteht. Dieses Business.“ Generationenübergreifender Groove Das Besondere am Stammtisch für Kunstschaffende ist der Mix: Hier trifft der Newcomer auf die Legende. Einer dieser Legendären ist Reinhold Bilgeri. Als Rockprofessor, Filmemacher und Autor hat er fast alles erreicht, doch der Antrieb ist ungebrochen. „Künstlerisch treiben mich meine Ideen, die nach wie vor herumkreisen, in meinem Kopf an“ , erzählt Bilgeri. Für ihn ist die Verbindung der Disziplinen ein Glücksfall: „Ich kann einen Roman schreiben und aus dem Roman ein Drehbuch machen [...] und dann am Schluss hast ein Film da.“. Eine Generation weiter – und doch künstlerisch verbunden – ist seine Tochter Laura Bilgeri . Nach sechs Jahren in Los Angeles hat sie im Lockdown ihre Liebe zur Musik entdeckt. Der Wechsel vom Filmset zur Musikbühne war fließend: „Alles Kreative ist wunderschön. Egal, ob es jetzt an einem Set ist [...] oder im Musikstudio“. Dennoch gibt es Unterschiede in der Nervosität. Auf die Frage, was nervenaufreibender sei – Casting oder Live-Auftritt – antwortet sie klar: „Tatsächlich ein Casting [...] Meistens sind diese Caster halt sehr emotionslos [...] Und bei einem Liveauftritt kriegst du gleich ein Feedback.“ Von der politischen Arena auf die Showbühne Einen der wohl spannendsten Karriere-Twists des Abends verkörpert Eva Glawischnig-Piesczek . Die ehemalige Spitzenpolitikerin ist heute auch musikalisch unterwegs. Hilft die Erfahrung harter politischer Debatten gegen Lampenfieber beim Singen? „Absolut. Also so exponiert zu sein wie in einem Parlament [...] In so einer richtigen Arena, in einer Kampfarena bist. Das ist schon eine Spur härter, als auf einer Musik Bühne zu stehen.“ Privat liebt sie Soul und Aretha Franklin – Musik, bei der man auch mal „Achter machen“ kann mit der Hüfte. Das Geschäft mit der Musik: Streaming, Hits und Rechte Doch Romantik allein zahlt keine Miete. Alexander Kahr , einer der erfolgreichsten Hitproduzenten des Landes, gibt Einblicke in die veränderte Realität der Musikproduktion im Streaming-Zeitalter. Die Aufmerksamkeitsspanne sinkt: „Dass der Anfang nie länger wie 3 bis 4 Sekunden sein sollte [...] Sonst bist du sofort weg.“ Dennoch bleibt für Kahr eines entscheidend: Die Persönlichkeit. Die ganz Großen, so Kahr, „haben sich selber nie wichtig genommen“. Damit am Ende auch das Geld stimmt, setzen sich Menschen wie Hans Ecker (AKM-Vizepräsident) und Emanuel Treu (AKM-Vorstandsmitglied) ein. Treu, der selbst den Podcast "Der erfolgreiche Musiker hostet", sieht keinen Widerspruch zwischen Funktionärsarbeit und Kreativität. Im Gegenteil: „Ich bin eigentlich überzeugt davon, dass ich ein besseres Vorstandsmitglied bin. Deshalb, weil ich die Branche hautnah erlebe.“. Ehrliches Feedback: Kinder und der Wiener „Schmäh“ Wer wissen will, ob eine Performance wirklich funktioniert, sollte Christoph Hirschler fragen. Der Kinderentertainer und Zauberer stellt sich täglich der härtesten Jury der Welt. „Wenn es ein Kind nicht interessiert, steht auf und geht oder macht irgendwas anderes.“ Diese Schule der direkten Resonanz hilft ihm auch vor erwachsenem Publikum. Ein Publikumsliebling ganz anderer Art ist Adi Hirschal . Er hat das „Strizzi-Lied“ wieder salonfähig gemacht und sieht darin eine Antwort auf den Zeitgeist: „Die Sehnsucht nach einer Unkorrektheit, die völlig abhanden gekommen ist in der letzten Zeit, weil alles so korrekt ist und so geschniegelt.“ . Sein Rat an die Jungen? Nicht im stillen Kämmerlein bleiben, sondern „Offen zu sein.“. Wien: Mehr als Mozart W24-Journalist Gerhard Koller bestätigt beim Stammtisch für Kunstschaffende, dass Wien seinen Ruf als Weltstadt der Musik zu Recht trägt, sich aber wandelt. Es geht nicht mehr nur um Mozart und Falco. „Gerade der neue Austro Pop [...] ist ein ganz starkes Lebenszeichen.“ . Bands wie Wanda oder Bilderbuch zeigen eine „ganz moderne, neue Art des Wienerischen“. Fazit: Vernetzung ist alles Ob Bildregisseur Axel Hofmann , der live Pannen ausbügeln muss, ohne dass der Zuschauer es merkt , oder das Musik-Duo Pilat & Pross , die sich blind verstehen: Der Tenor des Abends ist eindeutig. In einer Zeit, in der vieles digital und oberflächlich läuft, ist der persönliche Kontakt Gold wert. Der Stammtisch für Kunstschaffende von Reinhart Gabriel beweist: Wenn Menschen ihre Geschichten teilen, entstehen nicht nur Netzwerke, sondern Inspiration für die Zukunft. Die Gäste dieser Ausgabe Reinhart Gabriel: Gastgeber & Seminarleiter Reinhold Bilgeri: Rockprofessor & Multimedia-Künstler Laura Bilgeri: Schauspielerin & Musikerin Hans Ecker: AKM-Vizepräsident Emanuel Treu: Songwriter, Podcaster & AKM-Vorstand Eva Glawischnig-Piesczek: Ex-Politikerin & Sängerin Gerhard Koller: Journalist (W24) Axel Hofmann: Bildregisseur Adi Hirschal: Schauspieler & Intendant Christoph Hirschler: Kinderentertainer Alexander Kahr: Musikproduzent Pilat & Pross: Musik-Duo Sonja Plöchl: Model & Bookerin Credits: Redaktion & Schnitt: Manuel Waldner | Kamera: Marcus Schwemin