KUNST IN DER GRUPPE (REPORTAGE)


Wir Künstler neigen dazu uns eigene Mikrokosmen zu schaffen in denen wir arbeiten und leben können. Aber ab und zu überkommt uns auch der Wunsch einmal Teil von etwas Größerem zu sein. Dann schließen wir uns mit anderen zu Gruppen, Arbeitsgemeinschaften, Plattformen, Kollektiven oder Vereinen zusammen. Das bringt viele Vorteile mit sich. Gemeinsam erreicht man einfach mehr. Ein größeres Publikum. Macht leichter auf sich aufmerksam und tut sich erheblich leichter mit dem Organisatorischen.


Der Nachteil ist, dass man eine Menge Kontrolle abgibt, alles teilen muss und nicht immer mit dem einverstanden ist, was der Rest der Gruppe vorhat. Die große Ernüchterung setzt ein und wir begreifen, dass wir uns, und jeder für sich, das alles ganz anders vorgestellt haben. Entweder kommen wir damit klar oder kehren in unsere kleinen Nischen zurück, überlassen das Konstrukt sich selbst und verlieren es baldestmöglich aus den Augen.


Es kommt auch vor, dass sich solche Gruppierungen institutionalisieren und von Subventionsgebern gestützte Kulturarbeit leisten. Wogegen im Grunde nichts zu sagen wäre, liefe es sich nicht am Ende darauf hinaus, dass auf einmal ein gewisser Pragmatismus gepflegt, Existenzen gesichert werden müssen, was viel Zeit und Energie kostet, Freiheiten nimmt und kreatives Potential lahm legt.


Meiner bescheidenen Erfahrung nach ist die Lebensdauer einer Initiative junger Kreativer durchschnittlich 4 - 5 Jahre. Was in etwa der Zeit entspricht in der sie die Schule verlassen und ihr Studium in Angriff nehmen, nur um sich letztlich irgendwann mit der Frage konfrontiert zu sehen, was sie schließlich mit ihrem Leben anfangen, womit sie ihr Geld verdienen wollen. Gegen Ende ebbt auch langsam jeder idealistische Eifer ab. Die Arbeit an den Projekten nimmt mit dem Erfolg zu, der organisatorische Kram überwiegt, es gibt Probleme in der Kommunikation, Interessenkonflikte etc.


Ein großes, oft unterschätztes Problem sind aber auch die Subventionen! Ich war einst Teil eines Kollektivs das sich erst den Aufwand eines Vereins nicht antun wollte und lieber auf die Kunst konzentrieren wollte. Uns wurde von der Stadt Salzburg das Angebot gemacht einige unserer Projekte finanziell zu unterstützen. Was lieb gemeint war und uns auch Vieles ermöglicht hat! Aber das Problem war, dass das Geld ja irgendwohin überwiesen werden musste und der Inhaber des entsprechenden Kontos dadurch steuerlich belastet wurde. Weshalb die Gründung eines Vereins letztlich doch unumgänglich war. Und der Teufelskreis nahm seinen Lauf... 


Mein Rat: Das Beste ist es so frei wie möglich zu bleiben und finanziell aufwändigere Projekte lieber aus der eigenen Tasche, per Fundraiser oder in Zusammenarbeit mit anderen, bereits etablierten Kulturinitiativen umzusetzen. Mit etwas Einfallsreichtum und organisatorischem Geschick lassen sich auch manche Projekte ohne großen Aufwand realisieren. Es MUSS NICHT immer alles kostspielig sein, um einen Wert zu generieren. Das sollte gute Kunst auch von allein hinbekommen! 




Wie finde ich Gleichgesinnte?


Ich habe 35 Jahre in Salzburg gelebt, einer verhältnismäßig kleinen Stadt mit viel Tourismus und Kulturschickeria. In einem solchen Umfeld ist es nicht schwer potentielle Weggefährten kennenzulernen. Man muss nur die wenigen Lokalitäten und Kulturzentren aufsuchen die noch nicht völlig überrannt von Touristen sind. Was vor allem verbindet ist die gemeinsame Problemstellung. Ein Mangel an Möglichkeiten, dem gemeinsam entgegengetreten werden kann.


Obwohl nicht ganz zu unrecht als altmodisch und verstaubt verschrien, bieten regelmäßige Stammtische einen idealen Pool für Gruppen. Solange sie nicht aus zu vielen Leuten bestehen, was die Gesprächskultur schon erheblich in Mitleidenschaft ziehen kann. Wer einen guten Draht zu Kulturzentren hat mag auch mit Veranstaltungen und Festivals Erfolg haben, die eine offene Bühne, sowie die Möglichkeit bieten, sich nachher an der Bar oder besser noch Backstage auszutauschen.


Was die Akquirierung von Locations betrifft hat sich gezeigt, dass man sich ruhig auch mal was trauen kann. Mein alter Freund und Kollege Marko Dinić machte uns 2012 eine Performance während einer John Cage-Ausstellung im Museum der Moderne klar, einfach indem er einer Eingebung folgend die Kuratorin aufsuchte und fragte, ob wir dort etwas machen durften. Mehr als "Nein" sagen konnte sie ja nicht! Mit sowas schindet man natürlich Eindruck in der Szene und macht Andere auf sich aufmerksam.


Etwas schwieriger gestaltet sich die Sache in der Großstadt. Als ich 2018 nach Wien zog stellte ich rasch fest, dass es dort viel mehr Lokale und Veranstaltungsorte gab, was die Szene im Vergleich zu Salzburg viel dezentraler machte und schwerer zu vernetzen. Auch hatte jeder bereits seine eigene Baustelle am Laufen. Es war garnicht so einfach als Außenstehender dazu zu stoßen. Man muss sich schon etwas mehr Mühe geben! Aber wenn man schon ein paar Leute kennt und mit beliebten Stammlokalen vertraut ist, kommt man der Sache schon bedeutend näher. Und zur Not kann man sich immer noch an der Uni umhören! 




Wer sind wir?


Ich war Teil von Gruppen in denen es eine klare Hierarchie gab, meist ein bis vier Leute die das große Ganze koordinierten. Manche Gruppen nahmen auch davon Abstand und es wurde lieber versucht sich gegenseitig auf Augenhöhe zu unterstützen. Ersteres Modell hat den Vorteil, dass es bereits etabliert ist, allerdings auch den Nachteil, dass sich Neuankömmlinge erst beweisen müssen und Strukturen schnell festfahren können.


Das zweite Modell ist da schon etwas freier! Da manche Künstler*innen dominanter sind als andere, führt der Mangel an klaren Strukturen aber mitunter zu kollidierenden Egos und damit verbunden rasch zu verletzten Gefühlen. Wir hatten das Problem damals so gelöst, dass sich die Hierarchien mit jedem Projekt auf's Neue bildeten, je nachdem wer in einer Situation welche Qualitäten mitbrachte. Was eine Zeit lang gut funktionierte! Bis sich am Ende ein Projekt als das erfolgreicher herausstellte und auf einmal weniger Ressourcen für die Anderen übrigblieben.


Mein Rat: Setzt eurer Gruppe von Anfang an eine Frist! Sollte sie über das Ablaufdatum hinaus gut funktionieren, kann sie ruhig weitermachen. Anhand der Frist lässt sich allerdings ablesen wie es mit der Integrität der Gruppe bestellt ist: Sehnt man schon den letzten Tag herbei, ist das ein deutliches Zeichen aufzuhören. Dasselbe gilt für den Fall, dass man die Frist kaum erwarten kann umso mehr! 


Die Rolle der Gruppe ist ebenfalls ein Thema, dass viel zu häufig unterschätzt wird. Um Spannungen zu vermeiden sollte jedem von Anfang an klar sein, mit was man es zu tun hat und sich tunlichst davor hüten von Dritten in irgendwelche Schubladen gesteckt zu werden. Denn dann läuft man Gefahr mit Erwartungshaltungen konfrontiert zu werden, die man vielleicht garnicht erfüllen möchte. Ich war beispielsweise einmal Teil einer Gruppe die von der Presse fälschlicherweise als "Literaturplattform" tituliert wurde und das obwohl wir aus allen möglichen Kunstrichtungen daherkamen. Was die Kommunikation mit Förderstellen nur unnötig erschwerte.



Kommunikation


Ich habe gelernt, dass die meisten Konflikte in der Gruppe durch mangelnde Kommunikation zustande kommen. Je mehr Leute in das Große Ganze verstrickt sind, desto schwieriger ist es auf einen grünen Zweig zu kommen. Wenn alle durcheinander reden und jeder seine Gedanken zum Thema äußern möchten - manche aber vielleicht nicht so dominant sind wie andere - reißt das die Gruppe früher oder später auseinander.


Im "Normalfall" gibt es eine klare Hierarchie, jemanden der das Sagen hat und dessen Pflicht es ist sich um Deeskalation zu bemühen. Es gibt aber auch die Möglichkeit der Supervision, einer gruppentherapeutischen Maßnahme in welcher das Gespräch von einer neutralen Person moderiert wird, die entsprechend geschult ist. Der Erfolg einer Supervision hängt allerdings auch stark von der Kompetenz des Supervisors und der Bereitschaft der Gruppe ab, sich von einem "Außenseiter", also jemandem der nur bedingt Ahnung von den Dingen hat mit denen sie sich beschäftigt, lenken zu lassen. Falscher Stolz und elitäres Denken sind bei sowas eher hinderlich!


Ich persönlich habe einmal an so einer Supervision teilgenommen und war beeindruckt davon, allerdings auch indirekt dafür verantwortlich die langjährige Beziehung zwischen Supervisor und Gruppe gesprengt zu haben. Der Verein mit dem ich zusammenarbeitete hatte ein Problem mit mir und als der Supervisor für mich Partei ergriff, hatte die Geschäftsführung beschlossen fortan nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten zu wollen. Was mich zum nächsten Punkt bringt:


Die Arbeit in der Gruppe, gerade mit Künstlern und Kulturschaffenden, erfordert es sich ein dickes Fell zuzulegen. Dabei geht es nicht mal um Konfliktvermeidung, im Gegenteil: Die Fähigkeit Konflikte vernünftig auszutragen, sich auch mal streiten zu können, zählt zu den unterschätztesten kreativen Prozesse die es gibt. Wer immer gleich alles persönlich nimmt oder glaubt seinen Kopf durchsetzen zu müssen, sich den Argumenten anderer zu verschließen, wird sich in der Gruppe nicht sonderlich wohl fühlen. Ab und zu darf auch mal gestritten, Dampf abgelassen, sich aneinander gerieben werden. Solange jedem klar ist wo die Grenzen liegen!




Vernetzung


Zuletzt noch ein paar Zeilen zum Thema Vernetzung: In einem kleinen Kuhkaff wie Salzburg kommt es rasch vor, dass man als engagierter Künstler irgendwann an seine Grenzen stößt - buchstäblich. Mindestens einmal auf jeder örtlich vorhandenen Bühne gespielt und in jedem Backstage-Raum seine obligaten Biere gezischt zu haben, macht Durst auf mehr. Ein Durst der gestillt werden will. Umso wichtiger ist es, dass man über den Tellerrand schaut, andere Städte ins Auge fasst und sich mit den Leuten dort kurzschließt. Hier zeigt sich der größte Vorteil von Gruppen: Mehr Leute kennen noch viel mehr Leute!


Nicht erst seit Anbeginn des digitalen Zeitalters gibt es auch Gruppen die gleich mehrere Punkte auf der Landkarte einschließen. Doch erleichtern die digitalen Medien die Kommunikation enorm und machen es leichter gemeinsame Aktivitäten zu organisieren, sich gegenseitig zu besuchen, auszutauschen und wer weiß, vielleicht sogar eine eigene Bewegung ins Leben zu rufen.



#FEEDBACK

von Manuel Waldner 26. März 2026
Zwischen Algorithmus und echtem Applaus: Warum die österreichische Kunstszene wieder offline geht Wir leben in einer Zeit, in der sich Kunstschaffende oft in einer digitalen Blase aus TikTok, Instagram und Spotify-Playlists bewegen. Man kennt sich online, likt die neuesten Releases, aber die echte, physische Begegnung bleibt oft auf der Strecke. Genau hier setzt der "Stammtisch für Kunstschaffende" an, der nun bereits zum 16. Mal stattfand. Was als Idee von Initiator Reinhart Gabriel begann, weil er selbst einmal frustriert vier Stunden lang auf einem Netzwerktreffen stand, ohne jemanden kennenzulernen, hat sich zu einer echten Institution entwickelt. Es ist mehr als nur ein Get-together; für viele fühlt es sich mittlerweile wie eine Familie an. Das Konzept: Sichtbarkeit für alle Der Abend beginnt mit einer Tradition, die anfangs vielleicht langwierig wirkt, aber das Herzstück des Events ist: Jede und jeder im Raum wird namentlich und mit Funktion vorgestellt. Das bedeutet, dass nicht nur die Frontsänger im Rampenlicht stehen, sondern auch der Tontechniker, der Lichtmann oder der Schlagzeuger die Anerkennung bekommen, die sie im Business oft vermissen. Fotograf Florian Auer bringt es auf den Punkt: Es gibt so viele Momente, die ohne Fotografie für immer verloren gehen würden, und der Stammtisch zeigt, dass jeder Kunstschaffende – egal ob Musiker, Maler oder Fotograf – eine völlig andere, wertvolle Perspektive mitbringt. Dass es bei Kunst nicht nur um kreative Höhenflüge geht, beweist die Gästeliste. So mischen sich auch mal Steuerberater unter das Publikum. Denn die harte Realität ist: Bürokratie und Administration sind nicht sexy, aber essenziell, um als Künstler nicht in den Konkurs zu schlittern. Auch Christina Klug, selbst Singer-Songwriterin, setzt genau hier an und leitet in Niederösterreich kostenfreie Fortbildungen für Newcomer, die Themen von Finanzplanung bis Veranstaltungsrecht abdecken. Real Talk: KI-Bands vs. Menschliches Charisma Ein Thema, das die Szene aktuell stark beschäftigt und auch an diesem Abend für Diskussionsstoff sorgte, ist der rasante Aufstieg der Künstlichen Intelligenz. Wenn KI-generierte Bands plötzlich hunderttausende Follower auf Spotify generieren, stellt sich unweigerlich die Frage nach der Zukunft der Branche. Doch die Stimmung vor Ort ist erstaunlich unaufgeregt und hoffnungsvoll. Der Konsens: Live-Musik wird niemals aussterben, weil Menschen Berührungspunkte mit wahren Persönlichkeiten suchen. KI wird von vielen modernen Songwritern mittlerweile als Werkzeug und Input-Geber genutzt – ähnlich wie ein Produzent –, aber den Kern der Kunst kann sie nicht ersetzen. Musikproduzent Alexander Kahr, der seit 30 Jahren in der Branche tätig ist, fasst es passend zusammen: Charisma kann man nicht kaufen. Wer nur für Ruhm oder Geld auf der Bühne steht, wird es schwer haben. Wer jedoch brennt und Musik macht, weil er gar nicht anders kann, hat die besten Karten auf eine langfristige Karriere. Letztendlich wird sich immer der Mensch mit seinen echten Emotionen durchsetzen, denn einen Song, der wirklich von Herzen kommt, kann nur ein Mensch schreiben. Die Gesichter der Szene: Von gebrochenen Herzen bis zu bemalten Fassaden Die Diversität des Stammtischs spiegelt sich in seinen Gästen wider. Es ist ein Raum, in dem unterschiedlichste Generationen und Disziplinen aufeinandertreffen: Junge Stimmen: Die 18-jährige Alycia May feiert gerade mit ihrer neuen Single "MT Faces" Radio-Erfolge. Auch der frisch volljährig gewordene Noa nutzt die Musik als seinen ganz persönlichen Kanal: Er verarbeitet sein, wie er selbst sagt, "miserables Liebesleben" in seinen Songs und macht das Schreiben zur Eigentherapie. Bildende Kunst: Doris Maria Wintner reiste extra aus Tirol an. Die Künstlerin arbeitet nicht nur mit Acryl, sondern integriert Naturmaterialien wie Erde oder Gras in ihre Werke und bemalt auch mal spontan komplette Hausfassaden in ihrer Nachbarschaft. Die Routiniers: Georgij Makazaria, bekannt als charmanter Frontmann und TV-Gesicht, beweist, dass auch Profis menschlich bleiben, wenn er lachend von totalen Blackouts bei Live-Moderationen erzählt. Neue Releases: Stefan Eigner kündigt seine neue Single "Schwarz und weiß" an, in der er das Ende seiner letzten Beziehung verarbeitet. Das Duo Istzustand (Marion und Mario) steht kurz vor dem Release ihrer in Italien gedrehten Rock-Hymne "Endstation". Außerdem mischten sich Branchengrößen und Talente wie Lucas Fendrich, Pablo Grande, Sidrit Vokshi und Helga Matzka unter die Gäste und sorgten für einen dichten, interdisziplinären Austausch. Der 16. Stammtisch für Kunstschaffende hat eines klar bewiesen: Die österreichische Kunstszene ist lebendig, solidarisch und bereit für die Zukunft. Egal ob vor dem Mikrofon, hinter der Kamera oder am Mischpult – man unterstützt sich. Und am Ende des Abends geht es beim gemeinsamen Jammen bis in die frühen Morgenstunden ohnehin nur um eines: die pure Leidenschaft für die Kunst.
von Peter.W. 24. Februar 2026
2019 wurde auf 4chan dazu aufgerufen Fotos zu posten, die folgenden Kriterien entsprechen sollten: "disquieting images that just feel 'off'" Am 18. Mai reichte ein anonymer User das Foto eines unwirtlichen gelben Korridors ein, das bereits seit mindestens 2011 im Netz kursierte. Dieses wurde am darauffolgenden Tag von einem anonymen User um den Namen Backrooms und folgende Creepypasta ergänzt: If you're not careful and you noclip out of reality in the wrong areas, you'll end up in the Backrooms, where it's nothing but the stink of old moist carpet, the madness of mono-yellow, the endless background noise of fluorescent lights at maximum hum-buzz, and approximately six hundred million square miles of randomly segmented empty rooms to be trapped in God save you if you hear something wandering around nearby, because it sure as hell has heard you. Von da an ging eine Welle der Inspiration durch's Netz. Fans bauten weiter auf dem Mythos auf, kreierten ihre eigenen Bilder, Geschichten, Spiele und Filme. Diverse Internethorror-Channels berichteten über das Phänomen und auch wir vom Kollektiv-Magazin stellten die Backrooms im August 2021 in unserem Artikel Dark Oddities # 13 vor und kamen sogar auf das zugrundeliegende Konzept der Liminal Spaces zu sprechen. Den wirklichen Durchbruch schafften die Backrooms aber am 1. Februar 2022, als der damals 16-jährige Filmemacher und VFX-Artist Kane Parsons aka Kane Pixels das Erste einer ganzen Reihe von Analog Horror-Videos veröffentlichte: "The Backrooms (Found Footage)". Das raffiniert gemachte Nischenprojekt avancierte rasch zur viralen Sensation. Innerhalb eines Monats wurde es 13 Millionen mal angeklickt. Und die Massen hungerten nach mehr!
von Manuel Waldner 11. Februar 2026
Willkommen zum „INFINITI“-Spezial im Kollektiv Podcast! DI Dr. Norbert Frischauf (CERN, ESA, NASA) und Host Manuel Waldner diskutieren die Space- & Science-Highlights des Jahres 2026 und beantworten eure ZuschauerInnenfragen. Nach 50 Jahren Abwesenheit kehrt die Menschheit mit der Artemis-Mission und europäischer Beteiligung endlich zum Mond zurück, um dort eine dauerhafte Präsenz als Sprungbrett für den Mars aufzubauen. Norbert Frischauf beleuchtet die faszinierende Suche nach Leben auf dem Roten Planeten, wo Methan-Vorkommen und unterirdisches Eis auf noch existierende Mikroben hindeuten könnten. Der Podcast taucht tief in die Welt der Physik ein, von der Suche nach Dunkler Materie am CERN bis hin zur kritischen Einordnung der aktuellen Hypes um Kernfusion und Mega-Raketen wie dem Starship. Auch die Grenzen der Künstlichen Intelligenz in der Forschung und die ethischen Risiken von Geoengineering werden schonungslos analysiert. Abschließend gibt es einen Ausblick auf 2026, wo neue Super-Teleskope wie das ELT und James Webb potenziell erste echte Biosignaturen auf fremden Welten entdecken könnten. 01:12 - Rückkehr zum Mond: Das europäische Servicemodul und das neue Artemis-Raumschiff 02:13 - Artemis vs. Apollo: Warum wir nach 50 Jahren wieder fliegen und was anders ist 05:05 - Wasser am Mond: Warum die Pole und der "Halo Orbit" entscheidend sind 07:58 - Sprungbrett Mars: Nuklearantriebe und der Mond als Weltraumbahnhof 11:04 - Der Mars-Rover: Technische Herausforderungen bei -80 Grad Celsius 14:10 - Leben auf dem Mars: Methan als starkes Indiz für unterirdische Mikroben 17:39 - Mega-Raketen: Sinkende Kosten durch Starship und die Grenzen der Physik 22:42 - Dunkle Materie: Was uns Gravitationslinsen und das Euklid-Teleskop verraten 25:28 - Blick ins CERN: Wie Teilchenbeschleuniger den Urknall simulieren 31:44 - KI in der Wissenschaft: Warum Klimamodelle keine "starke KI" sind 37:59 - Robotergesetze: Isaac Asimovs Regeln und die Grenzen moderner Algorithmen 39:20 - CRISPR & Genetik: Warum der medizinische Durchbruch noch Zeit braucht 41:59 - Kernfusion erklärt: Der Unterschied zwischen Laser-Fusion und Tokamak 48:44 - Der neue Super-Collider (FCC): Warum wir eine 20-Milliarden-Maschine brauchen 55:52 - Ausblick 2026: Das European Extremely Large Telescope und die Suche nach einer zweiten Erde Ihr wollt auch eine Antwort vom Profi? Schickt eure Fragen an science@kollektiv-magazin.com . Die spannendsten Einsendungen nehmen wir in die nächste Episode auf! 👉 Vergesst nicht zu abonnieren! Werdet Teil des Kollektivs und verpasst keine unserer Touren, Talks und Eskapaden mehr.
von Manuel Waldner 30. Januar 2026
Die Nächte in Reykjavík flüstern von Maschinen und Träumen. Ein Echo hallt durch die Dunkelheit: "Afrit... Afritvél..." Die "Kopiermaschine" surrt unheilvoll, bereit, mehr als nur Tinte zu übertragen. Sie saugt Sehnsüchte auf, projiziert Bilder auf eine Leinwand der Besessenheit. Eine junge Frau steht im Scheinwerferlicht ihrer Fantasie, eine Königin auf einer Bühne, die nur in ihrem Kopf existiert. Doch der Glanz trügt. Hinter der polierten Fassade brodelt eine dunkle Wahrheit. Eine unheilvolle Entdeckung in der Stille des Kopierraums. Ein Stil kopiert bis ins kleinste Detail – und mit ihm ein Schatten des Endes. Angst kriecht unter die Haut, eine unstillbare Gier nach etwas, das nicht ihr Eigen ist. Warum diese tiefe Traurigkeit im Herzen, wenn die Oberfläche doch so strahlend ist? Sie tanzt auf einem schmalen Grat zwischen Märchen und Realität, unantastbar in ihrer eigenen Welt. Der Kopf hoch erhoben, ein flüchtiger Stern am Nachthimmel. Doch das "La-La-Land", in dem sie lebt, droht zu zerbrechen, ihre Handlungen hinterlassen Spuren der Zerstörung. Ist dieser gefährliche Pfad wirklich der Weg in die Freiheit? Die Maschine flüstert weiter, verlangt nach mehr. Träume sollen kopiert, Strahlen fixiert werden. Nicht nur der Wunsch nach dem Rampenlicht, sondern das Verlangen, das innerste Wesen zu duplizieren – "Afrit, Afritvél, viltu afrita genið?" Willst du das Gen kopieren? Teure Kleider, ein perfekt gestyltes Haar – eine Rüstung gegen die Welt. Die hasserfüllten Blicke prallen ab an einer Mauer aus Ignoranz. Prada als Schutzschild, während in den Casinos von Las Vegas ein riskantes Spiel mit dem Schicksal getrieben wird. Und dann diese Visionen: Einhörner und Engel, ein Kuss am Abgrund, ein Aufstieg in einen violetten Himmel. Ein flüchtiger Moment der Erlösung, in dem die Freiheit in den Augen glitzert. Doch ist es echt? Oder nur ein weiteres Bild, projiziert von der unheimlichen Maschine? Die "Afritvél" läuft unaufhaltsam weiter, eine Metapher für eine gefährliche Suche nach Identität. Eine Geschichte von Besessenheit, von der trügerischen Verlockung der Nachahmung und dem verzweifelten Wunsch, jemand anderes zu sein. Lausche genau, denn in den elektronischen Beats und dem eindringlichen Gesang verbirgt sich eine dunkle Wahrheit über den Preis der Freiheit und die Zerbrechlichkeit des Selbst. Hier gibt es mehr Informationen zum Musikprojekt: https://www.kollektiv-magazin.com/ai-musikprojekt-dominion-protocol