HELLO DALL·E // FLUCH ODER SEGEN?



Viele Künstler*innen haben das Problem eine Idee im Kopf zu haben, diese aber nicht umsetzen zu können, da ihnen das nötige Talent fehlt, oder das Geld jemanden mit der Realisierung ihrer Vision zu beauftragen. KI-gestützte Software wie DALL-E kann da Abhilfe schaffen. Ein Programm der Non-profit-Organisation OpenAI, das mithilfe von Textbeschreibungen Bilder generiert - je detaillierter desto besser. Es bringt einige erstaunliche Bilder zustande, wie jenes oben. Man kann aber auch sehen, dass die Ergebnisse nicht immer perfekt sind und einige Mängel aufweisen.


DALL-E ist an und für sich gratis. Um darauf zugreifen zu können, muss man sich aber zunächst auf eine Warteliste eintragen und eine Weile warten. Einmal drin kann man sofort loslegen. Wie oft man etwas generieren kann hängt von der Zahl der Credits ab, von denen man Einige geschenkt bekommt. Wem diese nicht reichen, der/die kann sich für 15 Dollar 115 weitere Credits kaufen oder einfach warten, da man einmal im Monat 15 weitere Credits geschenkt bekommt. Einfache Wünsche verschlingen deutlich weniger Credits als wenn man die AI an seine Grenzen bringen möchte. Experimente in der Formulierung können die unterschiedlichsten Ergebnisse hervorbringen, was entweder unglaublich befriedigend oder furchtbar frustrierend sein kann. Je nachdem was DALL-E bereits gelernt hat.


 

A DALL-E 2 generated image of "a monkey astronaut in space". Author: Icygyrosi - CC-BY-SA-4.0



Programme wie DALL-E werden in der Kunstwelt und vor allem unter berufstätigen Grafikdesignern verständlicherweise kritisch beäugt. Schon jetzt haben sie es mit einem hartumkämpften Markt zu tun. Den Meisten ihrer Klienten wäre es sogar am Liebsten, sie würden für lau arbeiten. Ein Wunsch den ihnen die KI gern erfüllt, solange es keine Sonderwünsche gibt! Für die braucht es im Moment immer noch Fachleute, echte Menschen mit denen man reden kann und die ins Detail gehen. Das spart einem zwar kein Geld, aber eine Menge Zeit und führt meist zu weitaus besseren Resultaten. Noch!

Die Befürchtung ist groß, dass uns die KI eines Tages restlos ersetzt. Schon jetzt werden auf etlichen Webseiten Klauseln etabliert, die das hochladen KI-generierter Bilder verbietet. Ein Argument das dabei zur Sprache kommt, ist dass sich DALL-E und Co. bei bereits bestehenden Bilder bedienen, zum Teil von Künstler*innen die dem niemals zugestimmt haben. Was nicht ganz richtig ist! Die KI setzt keine Versatzstücke zusammen wie eine Collage - ein Prinzip das übrigens schon seit Jahrzehnten etabliert ist - sondern erkennt Muster, lernt sie zu interpretieren und generiert jedes Bild neu. Aber gut, sagen wir mal DALL-E erzeugt ein Bild, das zufällig dem Werk oder Stil eines etablierten Künstlers gleicht. Wer kann dafür belangt werden? Die Person die das Ganze generiert hat?! Viel Spaß vor Gericht, denn wie soll man nachweisen, dass der User vom Ursprung eines Versatzstückes gewusst und die willentliche Entscheidung getroffen hat, dieses zu nutzen! Die Entwickler von DALL-E?! Auch schwer, da sie ihrer Maschine lediglich beigebracht haben Muster zu erkennen und zu verarbeiten. Lernen ist nicht verboten!


 

A DALL-E Flow request with the text prompt "a horse with legs over the shoulders of an astronaut" gives the desired image, but the text prompt "a horse riding on the shoulders of an astronaut" only shows images of an astronaut riding a horse and not the other way around. Author: AI Qu - CC-BY-SA-4.0



Man ist versucht sich zu fragen wo das alles hinführen soll. Dabei braucht man nur einen Blick in die Vergangenheit zu werfen: Die Industrialisierung hat vielen Leuten den Job gekostet und etliche Berufe redundant werden lassen. Gleichzeitig haben sich aus den Veränderungen neue Möglichkeiten ergeben. Irgendwer musste die Maschinen ja schließlich warten und es brauchte Ingenieure um sie stetig zu verbessern. Was genauso gut in einem Nullsummenspiel hätte enden können, wäre man nicht darauf angewiesen gewesen, dass jemand das ganze Zeug kauft, das in den Fabriken hergestellt wurde. Zum ersten Mal profitierte man weniger von Arbeitskräften, als von Konsumenten. Und Letztere brauchten Zeit die ihnen angebotenen Waren zu nutzen. Als sich die Arbeiterbewegungen damals für mehr Freizeit einsetzten, waren daher einige Visionäre durchaus auf ihrer Seite. Diese Entwicklung machte auch das Kunstschaffen einem viel breiteren Klientel zugänglich und veränderte unsere Kunstverständnis von Grund auf.


Die Etablierung von Programmen wie DALL-E mag also zunächst ein Alptraum für jene sein, die von ihrer Kunst leben möchten. Es ist aber nicht gesagt, dass sie davon nicht auch langfristig profitieren können! Der internationale Kunstmarkt ist zu einem schmutzigen Geschäft verkommen, das den Nachwuchs klein hält und nur die profitabelsten Akteure ins Scheinwerferlicht stellt - siehe dazu: Adam Ruins Everything - How the Fine Art Market is a Scam. Die Grenzen zwischen dem aufzuweichen was die Eliten als Dilettantismus und "ernstzunehmende Kunst" trennen, ist daher sehr wohl im Interesse Vieler, vor allem junger Künstler*innen. Wenn überhaupt lässt sich argumentieren, dass hier ein viel persönlicherer Zugang zur Kunst begünstigt werden könnte. An kreativem Potential mangelt es zumindest nicht!


Man kann nur abwarten und sehen wohin uns die neue Technologie führt. Angst ist allerdings ein schlechter Ratgeber!




#FEEDBACK

von Manuel Waldner 15. Januar 2026
Der Text von "Nóttin talar" (Die Nacht spricht) drückt tiefe Traurigkeit und den Wunsch aus, in die Vergangenheit zurückzukehren. Bilder wie ein versteckter Pfad und ein grauer Spiegel deuten auf eine Innenschau und den Wunsch hin, zur Vergangenheit zurückzukehren. Der Sänger spricht von Erinnerungen, die wie Glut brennen, und unausgesprochenen Worten, und fragt sich, ob Antworten in einer anderen Zeit existieren. Es gibt ein starkes Gefühl der Schuld und den Wunsch, vergangene Fehler ungeschehen zu machen, wobei wiederholt darum gebeten wird, Í GEGNUM TÍMANN (durch die Zeit) zurückzukehren, um Dinge zu reparieren. Das Vergehen der Zeit wird durch fallende Tage und stille Tränen dargestellt, was hervorhebt, dass die Zeit nicht umgekehrt werden kann. Der Sänger träumt von einer zweiten Chance, präsent und liebevoll zu sein. Auch wenn eine Rückkehr unmöglich sein mag und der Schmerz persönlich ist, bleibt die Hoffnung, Dinge richtigzustellen. Das Musikvideo, das drei junge Männer beim Spaß zeigt, steht im Kontrast zu diesen traurigen Texten. Es scheint hervorzuheben, wie schnell die Jugend und diese unbeschwerten Zeiten vergehen und wie Handlungen in der Jugend später zu Bedauern führen können. Die Freude im Video repräsentiert eine Zeit, die nicht zurückgebracht werden kann, und die Texte deuten darauf hin, dass die jungen Männer eines Tages zurückblicken und sich wünschen könnten, sie hätten Dinge anders gemacht. Der Unterschied zwischen den fröhlichen Bildern und den traurigen Worten betont, wie die Zeit vergeht und wie unsere vergangenen Handlungen uns belasten können. Hier gibt es mehr Informationen zum Musikprojekt: https://www.kollektiv-magazin.com/ai-musikprojekt-dominion-protocol
von Manuel Waldner 15. Januar 2026
COCO BARICZ | ARTISTIN | COMEDIAN
von Manuel Waldner 12. Januar 2026
Eigentlich stehen sie in der zweiten Reihe und halten den großen Stars des Landes den Rücken frei. Doch wenn Thommy Pilat und David Pross gemeinsam die Bühne betreten, gehört das Rampenlicht ganz allein ihnen – und ihrem unnachahmlichen Mix aus virtuoser Musik und Wiener Kleinkunst. Wien, 15. Bezirk. Das „Tschocherl“ ist eigentlich ein Ort für die kleinen Momente, doch an diesem Abend wirkt es fast zu klein für die geballte Präsenz, die da auf der Bühne steht. Thommy Pilat und David Pross haben geladen. Wer die beiden kennt, weiß: Hier geht es nicht nur um Noten, hier geht es um das „G’fühl“. Die Edel-Dienstleister treten vor Normalerweise sind die beiden das, was man in der Branche respektvoll „Jobmusiker“ nennt. Hochkarätige Profis, die gebucht werden, wenn der Sound perfekt sitzen muss. Ob als Begleitmusiker für namhafte Austropop-Größen oder in diversen Studioformationen – Pilat und Pross haben in der heimischen Szene längst ihre Spuren hinterlassen. Doch das Duo-Projekt ist ihr Herzstück, ihre kreative Spielwiese. Hier erfüllen sie sich den Traum, die großen Gesten der Popwelt gegen die Intimität der Kleinkunst einzutauschen. Das Ergebnis ist eine Melange aus anspruchsvollem Repertoire und einem Unterhaltungswert, der oft an klassisches Kabarett grenzt. Zwei Originale: Wer sind die Männer hinter den Instrumenten? Thommy Pilat ist in Wien kein Unbekannter. Als Sänger und Gitarrist steht er normalerweise seiner eigenen Formation „Thommy Pilat & Band – Die JÄGER“ vor. Er beherrscht die Kunst, Gefühle in seine Stimme zu legen, ohne dabei ins Kitschige abzugleiten. Im Duo mit Pross übernimmt er den Part des charmanten Erzählers, dessen Gitarrenspiel so präzise wie gefühlvoll ist. David Pross hingegen ist das musikalische Schweizer Taschenmesser des Duos. „Der David kann leider jedes Instrument spielen“, scherzt ein Gast im Video – und trifft damit den Kern. Ob am Bass, am Klavier oder mit seiner markanten Stimme, die jedes Cover zu einem eigenen Song macht: Pross ist ein Vollblutmusiker durch und durch. Seine Vita ist geprägt von der Zusammenarbeit mit zahlreichen Künstlern der Wiener Szene, wobei er oft auch als Produzent und Arrangeur im Hintergrund die Fäden zieht. „Die zwei Bladen“ und der Asterix-Faktor Was den Abend im Tschocherl so besonders macht, ist die Authentizität. Die beiden nehmen sich selbst nicht zu ernst. Mit einer ordentlichen Portion Wiener Schmäh wird über das eigene Gewicht gefrotzelt – ein Insider-Witz, der sogar zu dem (inoffiziellen) Arbeitstitel „Die zwei Bladen“ führte, initiiert von ihren eigenen Partnerinnen. Vergleiche mit Asterix und Obelix oder einem „Brad Pitt in Troja“ (mit einem Augenzwinkern) fliegen durch den Raum. Es ist diese Mischung aus Selbstironie und musikalischer Perfektion, die das Publikum abholt. Man hört Klassiker wie „Ohne Dich schlaf ich heut Nacht nicht ein“ oder „Marlene“, doch in der Interpretation von Pilat & Pross klingen sie nicht nach Kopie, sondern nach einer ehrlichen Hommage. Ein Abend für die Seele Das Fazit der Zuschauer ist eindeutig: „Sensationell“, „authentisch“, „einfach nur geil“. Es ist die Chemie zwischen den beiden „Männern im besten Alter“, wie es ein Fan ausdrückt, die den Funken überspringen lässt. Wenn sie am Ende des Abends „Free Falling“ anstimmen, dann glaubt man ihnen das aufs Wort. Pilat & Pross beweisen, dass man nicht immer die großen Stadien braucht, um große Kunst zu machen. Manchmal reicht ein kleines Lokal im 15. Bezirk, zwei Instrumente und zwei Musiker, die genau wissen, wer sie sind – und was sie können.
von Manuel Waldner 19. November 2025
NASA-BILDERGALERIE: https://science.nasa.gov/solar-system/comets/3i-atlas/comet-3i-atlas-image-gallery/