DIE BESTEN SERIEN DER WELT

Fotocredit: Netflix-Serie FREUD (österreichische Produktion) mit Robert Finster als Dr. Sigmund Freud

In der Fülle des Angebots der Serien hier ein Überblick über aktuelle Serienhits, die sie auf keinen Fall verpassen sollten. Alle Serien sind sowohl über verschiedene Streaming-Anbieter als auch über diverse „Gratis-Outlets“ verfügbar. Google ist ihr Freund.

Hallo, mein Name ist Manuel Waldner und ich bringen ihnen hier: Meine Lieblingsserien 2020 und darüberhinaus. Mit persönlicher Note ergänzt und bewertet. Als langjähriger Mitwirkender an zahlreichen kreativen Projekten in Funk, Fernsehen, Film und Kino  erlaube ich mir ein Urteil zu fällen über die aktuellen Serien bei Netflix, Amazon Prime Video, Disney+ und Co. Verzeihen sie mir bitte die "Persönliche Note", die ich mir leider nicht verkneifen konnte. Es ist nur meine Meinung - und sie dürfen sich gerne ihre eigene Meinung bilden. Ich lade sie ein mitzuschauen. Das Auge schaut mit! Und nun viel Vergnügen mit meinen Tipps.


PLATZ 10: LOCKE & KEY



Showrunner: Carlton Cuse (bekannt von Bates Motel und Lost), Meredith Averill und Aron eli Coleite

Starring: Darby Stanchfield, Connor Jessup, Emilia Jones



In der Serie geht es um die drei Locke-Geschwister Tyler, Kinsey und Bode, die, nachdem sie alle den Mord an ihrem Vater miterlebt haben, zusammen mit ihrer Mutter von Seattle zum Key House, dem Stammsitz der Familie Locke in Massachusetts, umziehen. Sie finden dort nach und nach mehrere magische Schlüssel, die ihnen verschiedene Fähigkeiten geben und sogar eine Tür zu einer anderen Welt öffnen. Bode entdeckt im Brunnenhaus des Key House eine Frau namens Dodge, die hinter den Schlüsseln her ist und die Kinder bedroht, um an diese zu gelangen. (Quelle: Wikipedia)



Persönliche Note: Die Serie von Bates Motel und Lost-Showrunner Carlton Cuse ist ausgezeichnet geschrieben und wartet mit vielen jungen Talenten auf, von denen man bestimmt noch mehr sehen wird. Leider musste Kerry Ehrin ja unbedingt zu Apple TV und zur Serie "The Morning Show" wechseln. Dort entwickelt sie auch eigene Formate für Apple + weiter. Dennoch ist Cuse hier wieder ein Geniestreich gelungen - nicht nur was die Handlung sondern auch was den Cast angeht. Denn wie auch schon in Bates Motel zeigt er ausserordentliches Talent wenn es um das geschulte Auge für junge Stars geht. Das Konzept bleibt dabei ein Mittelweg zwischen seinen bisherigen Erfolgen mit Bates Motel und Lost. Ein großes, altes Haus - diesmal aber am Meer.


Platz 9: HOW TO SELL DRUGS ONLINE (FAST)



Showrunner: Philipp Käßbohrer, Matthias Murmann

Starring: Maximilian Mundt, Danilo Kamber, Lena Klenke



Die Serie handelt von dem Nerd Moritz, der aus seinem Kinderzimmer heraus mit seinem besten Freund Lenny Europas größten Online-Drogenversand gründet, um seine Ex-Freundin zurückzugewinnen. Die Serie basiert lose auf der Geschichte des damals 18-jährigen Maximilian S., der Ende 2013 bis 2015 aus seinem Kinderzimmer in Leipzig-Gohlis heraus unter dem Decknamen „Shiny Flakes“ einen Online-Drogenhandel startete. (Quelle: Wikipedia)



Persönliche Note: Eine deutsche Produktion, die mit hervorragenden Schauspielern aufwarten kann und daneben noch super geschrieben und produziert ist. Endlich mal was international anmutendes, für das man sich beim Zuschauen nicht schämen muss. Nein, die Serie ist durch und durch gelungen. Gutes Casting, hervorragende Dialoge und überraschende Wendungen.


PLATZ 8: KINGDOM



Directors: Seong-hun Kim & In-je Park, Writer: Eun-hee Kim

Starring: Ji-Hoon Ju, Doona Bae, Kim Sungkyu 



Im mittelalterlichen Korea der Joseon-Dynastie scheint der König an Pocken erkrankt zu sein. Allerdings gibt es Zweifel. Es kommen Gerüchte auf, der König sei tot. Kaum jemand habe den König gesehen. Die Königin lässt den besorgten Kronprinzen Chang nicht in den Palast. Zudem scheinen die Soldaten auf Cho Hak-ju, den Führer des Haewon-Cho-Clans, zu hören. Eines Tages schleicht sich Kronprinz Chang in den Palast und bemerkt einen fauligen Geruch in dem abgetrennten Bereich, der dem König vorbehalten ist, sowie ein Wesen, das Geräusche wie ein Tier macht. Genau erkennen kann er es jedoch nicht. Der König ist nicht auffindbar. Dieser habe den Palast kurzzeitig verlassen, wird dem Kronprinzen auf seine Frage hin mitgeteilt. (Quelle: Wikipedia)



Persönliche Note: Eine koreanische Produktion, die sich sehen lassen kann. Endlich ein anderer Blickwinkel, mit der wir hier eine Zombie-Apokalpyse betrachten dürfen. Durch und durch glaubwürdige Schauspieler und eine packende Handlung! Prädikat: Sehenswert. Aber Vorsicht: Kann Spuren von Nüssen enthalten!


Platz 7: HOLLYWOOD



Showrunner: Ian Brennan, Ryan Murphy

Starring: David Corenswet, Darren Criss, Laura Harrier 



Die Serie fokussiert sich auf mehrere Personen, die in den 1940er Jahren in Hollywoods „Goldener Ära“ bekannt werden wollen. Dies sind unter anderem der Regisseur Raymond Ainsley, der Darsteller und Kriegs-Veteran Jack Castello, der Drehbuchautor Archie Coleman, die Schauspielerin Camille Washington, die auch Raymonds Partnerin ist, sowie die Darstellerin Claire Wood, die Tochter von Ace Amberg, dem eines der mächtigen Filmstudios im Studiosystem gehört. Dabei werden sie mit mehreren Problemen konfrontiert, so sehen sich die Afroamerikaner Archie und Camille rassistischen Anfeindungen ausgesetzt, weswegen auch das von Archie verfasste und von Raymond inszenierte Filmprojekt mit Camille und Jack in den Hauptrollen zu scheitern droht. Raymond ist Halb-Philippiner, ihm stehen aber aufgrund seines weißen Aussehens im Gegensatz zu den meisten anderen asiatischen Amerikanern alle Türen in der Filmindustrie offen. (Quelle: Wikipedia)



Persönliche Note: Die Serie hat Höhen und Tiefen. Doch die Höhen und der hervorragende Cast überwiegen deutlich. Die Handlung nimmt einen mit auf eine Reise, die so bestimmt nicht stattgefunden hat. Denn hier versucht nur Hollywood und die Academy aufzuräumen, mit dem Vorurteil, sie wäre Vorurteilsbelastet gewesen. Fast schon eine Verdrehung der historischen Tatsachen, wie wir sie im Kino sonst nur von Tarantino kennen. Launig und kurzweilig und vor allem: eine Mini-Serie. Doch sehr sehenswert!


Platz 6: POSE



Showrunner: Steven Canals, Brad Falchuk, Ryan Murphy

Starring: Mj Rodriguez, Dominique Jackson, Indya Moore 



Die Serie, die in den Jahren 1987 und 1988 spielt, behandelt neben der sogenannten Ballroom Culture vor allem das kulturelle Milieu in Lower Manhattan sowie das florierende Imperium Donald Trumps und dessen Umfeld, das von Luxus geprägt ist



Laut den Serienmachern ist Pose stark von der Dokumentation Paris Is Burning aus dem Jahr 1990 inspiriert, in der es um die Ballroom Culture und ihre Mitglieder geht



Murphy gab vor der Erstausstrahlung bekannt, dass er alle Einnahmen, die er für die Serie erhält, an LGBT-Organisationen spenden wird. (Quelle: Wikipedia)



Persönliche Note: Gleichberechtigung für die LGBTQ+ usw.-Community ist schwarzen Transgender Frauen zu verdanken, die in den 80ern dafür gekämpft haben.  Wenn sie das noch nicht wussten, wissen sie es jetzt. Der Cast besteht aus ebensolchen Personen. Erfrischende Produktion verbunden mit schillernden Szenen. Unterhaltsam und emotional. Doch zeigen sie die Serie lieber nicht ihren Kindern. Am Ende werden sie noch schwul. Bei den letzten beiden Sätzen handelt es sich um einen Scherz.


PLATZ 5: WESTWORLD



Showrunner: Lisa Joy, Jonathan Nolan

Starring: Evan Rachel Wood, Jeffrey Wright, Ed Harris & Anthony Hopkins



Die Serie handelt von einem futuristischen Vergnügungspark, in dem Gäste mithilfe von menschenähnlichen Robotern (Hosts) Geschichten des Wilden Westens spielen können, beispielsweise Banküberfälle, Goldsuche, oder sich mit den Prostituierten im Saloon vergnügen. Die Schusswaffen im Parkgelände sind so modifiziert, dass die Hosts beschädigt werden können, während die Gäste dadurch keine schweren Verletzungen davon tragen. Schadhafte Hosts werden in der Nacht von Ingenieuren repariert, und die Erinnerungsspeicher zurückgesetzt.



Die Handlung der ersten Staffel lässt sich grob in drei Handlungsstränge auf verschiedenen Zeitebenen einteilen. Alle Handlungsstränge drehen sich auch um die Frage, ob die Hosts ein Bewusstsein entwickelt haben, diese Frage bleibt jedoch offen. Im Folgenden wird eine weitgehend chronologische Reihenfolge der Handlungsstränge wiedergegeben. (Quelle: Wikipedia)



Persönliche Note: Zu Beginn der Serie glänzt man bereits mit hervorragendem Schauspiel und kryptischer Handlung, die einen zugleich ausschließt und doch mit hinein nimmt. Wir werden mit dem Cast zum Besucher und schlüpfen in die Rolle der ahnungslosen Gäste einer großen Charade. Filmreif und wohl auch deshalb auf 35 Millimeter gedreht. Dazu noch das spezielle Sahnehäubchen obendrauf natürlich die Performance von Sir Anthony Hopkins. Sehenswert hoch Zehn!


PLATZ 4: THE MARVELOUS MRS. MAISEL



Showrunner: Amy Sherman-Palladino

Starring: Rachel Brosnahan, Alex Borstein, Michael Zegen 



The Marvelous Mrs. Maisel ist eine US-amerikanische Fernsehserie von Amy Sherman-Palladino. Sie handelt von Miriam „Midge“ Maisel, gespielt von Rachel Brosnahan, einer jüdischen Hausfrau und Mutter im New York der späten 1950er-Jahre, die eine Karriere als Stand-up-Comedian einschlägt. (Quelle: Wikipedia)



Persönliche Note: Eine Comedy-Serie muss nicht immer lustig sein. Und doch gibt es genug zu schmunzeln. Die Serie nimmt uns mit. Emotional, Kulturell und vor allem in die graue Welt des Feminismus von damals. Da, wo die Serie lustig sein sollte, ist sie bitter-ernst und macht nachdenklich, da wo wir mitfiebern und gespannt zusehen, ist sie überraschend komisch und kurzweilig. Genial geschrieben, genial gespielt und genial wäre es jetzt noch, wenn sie einmal hineinschauen würden.


PLATZ 3: FREUD



Director: Marvin Kren

Starring: Robert Finster, Ella Rumpf, Georg Friedrich 



Erzählt wird ein fiktiver Kriminalfall im Wien des Jahres 1886, der zum Auftakt einer großen Verschwörung wird. Der 30-jährige Sigmund Freud ist kürzlich von einer Studienreise aus Frankreich zurückgekehrt. Er begeistert sich unter anderem für die Hypnose und strebt nach Anerkennung. Allerdings stoßen seine Theorien und Thesen in der Wiener Ärzteschaft auf Ablehnung.



An der Seite des in einem nicht näher beschriebenen Krieg traumatisierten Polizeiinspektors Alfred Kiss und des stadtbekannten Mediums Fleur Salomé findet sich Freud bald inmitten einer mörderischen Verschwörung. (Quelle: Wikipedia)



Persönliche Note: Zugegeben, außer Robert Finster, sieht es eher "finster" aus von einem schauspielerischen Standpunkt her in dieser österreichischen Netflix Produktion. Vermutlich hatten sonst alle anderen guten Schauspieler gerade Urlaub. Achso. Welche guten Schauspieler sonst noch eigentlich? Nina Proll vielleicht? Ja, die hat gerade noch gefehlt. Und sie fehlt tatsächlich! Da kann man direkt noch von Glück sprechen. Aber seine Performance alleine, ist es wert, sich die an die optisch und akustisch sehr passabel produzierte Serie zu gewöhnen. Durch Robert Finster gelingt es uns, Dr. Sigmund Freud zu sehen und vor allem verstehen zu lernen. Hervorragende Rollenarbeit und exzellente Umsetzung. Wenn es in Österreich einen Golden Globe gäbe, Robert Finster hätte ihn gewiss verdient. Doch leider bleibt ihm dieser Preis hierzulande verwehrt. Also werden wir wohl zusehen müssen, wie uns womöglich bald aufgrund besserer Angebote wieder ein Schauspieltalent von der Größe eines Christoph Waltz in Richtung Hollywood verlässt. Oder zunächst Richtung Deutschland? Robert Finster: Ein Name, den sie sich jedenfalls merken müssen.


PLATZ 2: ALTERED CARBON



Showrunner: Laeta Kalogridis

Starring: Chris Conner, Renée Elise Goldsberry, Will Yun Lee



Die Serie spielt im 24. Jahrhundert in einer dystopischen Welt, in der es möglich ist, sein Bewusstsein mitsamt Erinnerungen auf einem sogenannten kortikalen Stack zu speichern und über galaktische Distanzen in andere Körper (Klone), Sleeves genannt, transferieren zu lassen. Durch die potentielle Unsterblichkeit des Bewusstseins gilt die Tötung eines Körpers nur noch als Sachbeschädigung, nur die Vernichtung eines Stacks ist Mord. Die wohlhabende Klasse in dieser Gesellschaft wird als Meths bezeichnet, in Anspielung auf Methusalem. Sie leben abgeschottet und kaufen oder klonen sich immer wieder neue, junge Sleeves, um so ihr Leben zu verlängern. Da sie auch regelmäßig ein Backup ihres Stacks anfertigen lassen, sind sie faktisch unsterblich.



Im Mittelpunkt der Handlung steht der abtrünnige slowakisch-japanische Elitesoldat Takeshi Kovacs, der gemeinsam mit seiner Schwester Teil der Rebellengruppe Envoy war und als letzter Überlebender dieser Gruppe gilt. Die Anführerin der Envoys war Quellcrist „Quell“ Falconer, die Entwicklerin der Stacks, mit der Kovacs auch eine Beziehung hatte.



250 Jahre nach dem Tod seines Körpers wird er auf der Erde in den Körper eines Polizisten übertragen. Er erhält einen Auftrag vom wohlhabenden Meth Laurens Bancroft, der um sein Leben fürchtet, da dieser bereits ermordet wurde und nur dank seines Backups noch weiterlebt. Bei seinen Untersuchungen verbündet sich Kovacs mit der KI Poe sowie der Polizistin Kristin Ortega. (Quelle: Wikipedia)



Persönliche Note: Mit unglaublichen finanziellen und personellen Aufwand ist es gelungen mit einer wirklich hervorragenden Serie die Fernseher der Welt erneut zum flimmern zu bringen. Ein kämpfender Sherlock Holmes auf Drogen. Herz, was willst du mehr!


PLATZ 1: LE BAZAR DE LA CHARITÉ



Showrunner: Catherine Ramberg, Karin Spreuzkouski

Starring: Audrey Fleurot, Julie De Bona, Camille Lou 



Im Jahre 1897 musste ein neuer Standplatz für den jährlich stattfindenden Bazar de la Charité gefunden werden, da der bisherige Standort – das Palais de l'Industrie – abgerissen wurde, um Platz für die kommende Weltausstellung in Paris zu schaffen. Ein Ausweichquartier fanden die Organisatoren in Form eines unbebauten Grundstückes in der nahegelegenen Rue Jean Goujon, das von einem Millionär kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. (Quelle: Wikipedia)


Persönliche Note: Die perfekte Serie für sadistisch angehauchte Schifferlversenker, die an historischen Ereignissen interessiert sind, in denen teuer gewandete Frauen auf französisch um ihr Leben schreien müssen. Denn - Spoiler Alert - ALLES BRENNT!

#FEEDBACK

von Peter.W. 24. Februar 2026
2019 wurde auf 4chan dazu aufgerufen Fotos zu posten, die folgenden Kriterien entsprechen sollten: "disquieting images that just feel 'off'" Am 18. Mai reichte ein anonymer User das Foto eines unwirtlichen gelben Korridors ein, das bereits seit mindestens 2011 im Netz kursierte. Dieses wurde am darauffolgenden Tag von einem anonymen User um den Namen Backrooms und folgende Creepypasta ergänzt: If you're not careful and you noclip out of reality in the wrong areas, you'll end up in the Backrooms, where it's nothing but the stink of old moist carpet, the madness of mono-yellow, the endless background noise of fluorescent lights at maximum hum-buzz, and approximately six hundred million square miles of randomly segmented empty rooms to be trapped in God save you if you hear something wandering around nearby, because it sure as hell has heard you. Von da an ging eine Welle der Inspiration durch's Netz. Fans bauten weiter auf dem Mythos auf, kreierten ihre eigenen Bilder, Geschichten, Spiele und Filme. Diverse Internethorror-Channels berichteten über das Phänomen und auch wir vom Kollektiv-Magazin stellten die Backrooms im August 2021 in unserem Artikel Dark Oddities # 13 vor und kamen sogar auf das zugrundeliegende Konzept der Liminal Spaces zu sprechen. Den wirklichen Durchbruch schafften die Backrooms aber am 1. Februar 2022, als der damals 16-jährige Filmemacher und VFX-Artist Kane Parsons aka Kane Pixels das Erste einer ganzen Reihe von Analog Horror-Videos veröffentlichte: "The Backrooms (Found Footage)". Das raffiniert gemachte Nischenprojekt avancierte rasch zur viralen Sensation. Innerhalb eines Monats wurde es 13 Millionen mal angeklickt. Und die Massen hungerten nach mehr!
von Manuel Waldner 11. Februar 2026
Willkommen zum „INFINITI“-Spezial im Kollektiv Podcast! DI Dr. Norbert Frischauf (CERN, ESA, NASA) und Host Manuel Waldner diskutieren die Space- & Science-Highlights des Jahres 2026 und beantworten eure ZuschauerInnenfragen. Nach 50 Jahren Abwesenheit kehrt die Menschheit mit der Artemis-Mission und europäischer Beteiligung endlich zum Mond zurück, um dort eine dauerhafte Präsenz als Sprungbrett für den Mars aufzubauen. Norbert Frischauf beleuchtet die faszinierende Suche nach Leben auf dem Roten Planeten, wo Methan-Vorkommen und unterirdisches Eis auf noch existierende Mikroben hindeuten könnten. Der Podcast taucht tief in die Welt der Physik ein, von der Suche nach Dunkler Materie am CERN bis hin zur kritischen Einordnung der aktuellen Hypes um Kernfusion und Mega-Raketen wie dem Starship. Auch die Grenzen der Künstlichen Intelligenz in der Forschung und die ethischen Risiken von Geoengineering werden schonungslos analysiert. Abschließend gibt es einen Ausblick auf 2026, wo neue Super-Teleskope wie das ELT und James Webb potenziell erste echte Biosignaturen auf fremden Welten entdecken könnten. 01:12 - Rückkehr zum Mond: Das europäische Servicemodul und das neue Artemis-Raumschiff 02:13 - Artemis vs. Apollo: Warum wir nach 50 Jahren wieder fliegen und was anders ist 05:05 - Wasser am Mond: Warum die Pole und der "Halo Orbit" entscheidend sind 07:58 - Sprungbrett Mars: Nuklearantriebe und der Mond als Weltraumbahnhof 11:04 - Der Mars-Rover: Technische Herausforderungen bei -80 Grad Celsius 14:10 - Leben auf dem Mars: Methan als starkes Indiz für unterirdische Mikroben 17:39 - Mega-Raketen: Sinkende Kosten durch Starship und die Grenzen der Physik 22:42 - Dunkle Materie: Was uns Gravitationslinsen und das Euklid-Teleskop verraten 25:28 - Blick ins CERN: Wie Teilchenbeschleuniger den Urknall simulieren 31:44 - KI in der Wissenschaft: Warum Klimamodelle keine "starke KI" sind 37:59 - Robotergesetze: Isaac Asimovs Regeln und die Grenzen moderner Algorithmen 39:20 - CRISPR & Genetik: Warum der medizinische Durchbruch noch Zeit braucht 41:59 - Kernfusion erklärt: Der Unterschied zwischen Laser-Fusion und Tokamak 48:44 - Der neue Super-Collider (FCC): Warum wir eine 20-Milliarden-Maschine brauchen 55:52 - Ausblick 2026: Das European Extremely Large Telescope und die Suche nach einer zweiten Erde Ihr wollt auch eine Antwort vom Profi? Schickt eure Fragen an science@kollektiv-magazin.com . Die spannendsten Einsendungen nehmen wir in die nächste Episode auf! 👉 Vergesst nicht zu abonnieren! Werdet Teil des Kollektivs und verpasst keine unserer Touren, Talks und Eskapaden mehr.
von Manuel Waldner 30. Januar 2026
Die Nächte in Reykjavík flüstern von Maschinen und Träumen. Ein Echo hallt durch die Dunkelheit: "Afrit... Afritvél..." Die "Kopiermaschine" surrt unheilvoll, bereit, mehr als nur Tinte zu übertragen. Sie saugt Sehnsüchte auf, projiziert Bilder auf eine Leinwand der Besessenheit. Eine junge Frau steht im Scheinwerferlicht ihrer Fantasie, eine Königin auf einer Bühne, die nur in ihrem Kopf existiert. Doch der Glanz trügt. Hinter der polierten Fassade brodelt eine dunkle Wahrheit. Eine unheilvolle Entdeckung in der Stille des Kopierraums. Ein Stil kopiert bis ins kleinste Detail – und mit ihm ein Schatten des Endes. Angst kriecht unter die Haut, eine unstillbare Gier nach etwas, das nicht ihr Eigen ist. Warum diese tiefe Traurigkeit im Herzen, wenn die Oberfläche doch so strahlend ist? Sie tanzt auf einem schmalen Grat zwischen Märchen und Realität, unantastbar in ihrer eigenen Welt. Der Kopf hoch erhoben, ein flüchtiger Stern am Nachthimmel. Doch das "La-La-Land", in dem sie lebt, droht zu zerbrechen, ihre Handlungen hinterlassen Spuren der Zerstörung. Ist dieser gefährliche Pfad wirklich der Weg in die Freiheit? Die Maschine flüstert weiter, verlangt nach mehr. Träume sollen kopiert, Strahlen fixiert werden. Nicht nur der Wunsch nach dem Rampenlicht, sondern das Verlangen, das innerste Wesen zu duplizieren – "Afrit, Afritvél, viltu afrita genið?" Willst du das Gen kopieren? Teure Kleider, ein perfekt gestyltes Haar – eine Rüstung gegen die Welt. Die hasserfüllten Blicke prallen ab an einer Mauer aus Ignoranz. Prada als Schutzschild, während in den Casinos von Las Vegas ein riskantes Spiel mit dem Schicksal getrieben wird. Und dann diese Visionen: Einhörner und Engel, ein Kuss am Abgrund, ein Aufstieg in einen violetten Himmel. Ein flüchtiger Moment der Erlösung, in dem die Freiheit in den Augen glitzert. Doch ist es echt? Oder nur ein weiteres Bild, projiziert von der unheimlichen Maschine? Die "Afritvél" läuft unaufhaltsam weiter, eine Metapher für eine gefährliche Suche nach Identität. Eine Geschichte von Besessenheit, von der trügerischen Verlockung der Nachahmung und dem verzweifelten Wunsch, jemand anderes zu sein. Lausche genau, denn in den elektronischen Beats und dem eindringlichen Gesang verbirgt sich eine dunkle Wahrheit über den Preis der Freiheit und die Zerbrechlichkeit des Selbst. Hier gibt es mehr Informationen zum Musikprojekt: https://www.kollektiv-magazin.com/ai-musikprojekt-dominion-protocol
von Manuel Waldner 30. Januar 2026
Vom Rockprofessor bis zur Ex-Politikerin, vom Hit-Produzenten bis zum Kinder-Entertainer: Wir waren zu Gast bei Reinhart Gabriels „Stammtisch für Kunstschaffende“. Ein Blick hinter die Kulissen einer Szene, die vor allem eines braucht: Echte Begegnung. Es ist keine gewöhnliche Podcast-Folge aus dem Wohnzimmer, wo sonst die Wäsche hängt. Diesmal sind wir mittendrin im Geschehen. Der Ort: Ein Raum voller Geschichte(n). Der Anlass: Der Stammtisch für Kunstschaffende. Hier geht es nicht um bloßes Visitenkarten-Tauschen, sondern um das Überleben und Aufblühen in einer Branche, die so hart wie herzlich sein kann. Das Ziel ist branchen- und generationenübergreifendes Netzwerken, bei dem man sofort weiß, „Wer ist wer“. Gastgeber Reinhart Gabriel hat eine klare Mission: Er schafft Räume für Begegnungen und Weiterbildung, damit Menschen voneinander lernen können. Doch was nehmen Künstlerinnen und Künstler konkret vom Stammtisch für Kunstschaffende mit? Reinhart Gabriel betont, dass es neben Theorie und Honorarnoten vor allem um das „praktische Wissen aus meinen letzten 35 Jahren in diesem Musikbusiness“ geht. Besonders am Herzen liegt ihm dabei die mentale Gesundheit: „Jede Menge Tipps und Tricks, wie man das Ganze ohne Substanzen übersteht. Dieses Business.“ Generationenübergreifender Groove Das Besondere am Stammtisch für Kunstschaffende ist der Mix: Hier trifft der Newcomer auf die Legende. Einer dieser Legendären ist Reinhold Bilgeri. Als Rockprofessor, Filmemacher und Autor hat er fast alles erreicht, doch der Antrieb ist ungebrochen. „Künstlerisch treiben mich meine Ideen, die nach wie vor herumkreisen, in meinem Kopf an“ , erzählt Bilgeri. Für ihn ist die Verbindung der Disziplinen ein Glücksfall: „Ich kann einen Roman schreiben und aus dem Roman ein Drehbuch machen [...] und dann am Schluss hast ein Film da.“. Eine Generation weiter – und doch künstlerisch verbunden – ist seine Tochter Laura Bilgeri . Nach sechs Jahren in Los Angeles hat sie im Lockdown ihre Liebe zur Musik entdeckt. Der Wechsel vom Filmset zur Musikbühne war fließend: „Alles Kreative ist wunderschön. Egal, ob es jetzt an einem Set ist [...] oder im Musikstudio“. Dennoch gibt es Unterschiede in der Nervosität. Auf die Frage, was nervenaufreibender sei – Casting oder Live-Auftritt – antwortet sie klar: „Tatsächlich ein Casting [...] Meistens sind diese Caster halt sehr emotionslos [...] Und bei einem Liveauftritt kriegst du gleich ein Feedback.“ Von der politischen Arena auf die Showbühne Einen der wohl spannendsten Karriere-Twists des Abends verkörpert Eva Glawischnig-Piesczek . Die ehemalige Spitzenpolitikerin ist heute auch musikalisch unterwegs. Hilft die Erfahrung harter politischer Debatten gegen Lampenfieber beim Singen? „Absolut. Also so exponiert zu sein wie in einem Parlament [...] In so einer richtigen Arena, in einer Kampfarena bist. Das ist schon eine Spur härter, als auf einer Musik Bühne zu stehen.“ Privat liebt sie Soul und Aretha Franklin – Musik, bei der man auch mal „Achter machen“ kann mit der Hüfte. Das Geschäft mit der Musik: Streaming, Hits und Rechte Doch Romantik allein zahlt keine Miete. Alexander Kahr , einer der erfolgreichsten Hitproduzenten des Landes, gibt Einblicke in die veränderte Realität der Musikproduktion im Streaming-Zeitalter. Die Aufmerksamkeitsspanne sinkt: „Dass der Anfang nie länger wie 3 bis 4 Sekunden sein sollte [...] Sonst bist du sofort weg.“ Dennoch bleibt für Kahr eines entscheidend: Die Persönlichkeit. Die ganz Großen, so Kahr, „haben sich selber nie wichtig genommen“. Damit am Ende auch das Geld stimmt, setzen sich Menschen wie Hans Ecker (AKM-Vizepräsident) und Emanuel Treu (AKM-Vorstandsmitglied) ein. Treu, der selbst den Podcast "Der erfolgreiche Musiker hostet", sieht keinen Widerspruch zwischen Funktionärsarbeit und Kreativität. Im Gegenteil: „Ich bin eigentlich überzeugt davon, dass ich ein besseres Vorstandsmitglied bin. Deshalb, weil ich die Branche hautnah erlebe.“. Ehrliches Feedback: Kinder und der Wiener „Schmäh“ Wer wissen will, ob eine Performance wirklich funktioniert, sollte Christoph Hirschler fragen. Der Kinderentertainer und Zauberer stellt sich täglich der härtesten Jury der Welt. „Wenn es ein Kind nicht interessiert, steht auf und geht oder macht irgendwas anderes.“ Diese Schule der direkten Resonanz hilft ihm auch vor erwachsenem Publikum. Ein Publikumsliebling ganz anderer Art ist Adi Hirschal . Er hat das „Strizzi-Lied“ wieder salonfähig gemacht und sieht darin eine Antwort auf den Zeitgeist: „Die Sehnsucht nach einer Unkorrektheit, die völlig abhanden gekommen ist in der letzten Zeit, weil alles so korrekt ist und so geschniegelt.“ . Sein Rat an die Jungen? Nicht im stillen Kämmerlein bleiben, sondern „Offen zu sein.“. Wien: Mehr als Mozart W24-Journalist Gerhard Koller bestätigt beim Stammtisch für Kunstschaffende, dass Wien seinen Ruf als Weltstadt der Musik zu Recht trägt, sich aber wandelt. Es geht nicht mehr nur um Mozart und Falco. „Gerade der neue Austro Pop [...] ist ein ganz starkes Lebenszeichen.“ . Bands wie Wanda oder Bilderbuch zeigen eine „ganz moderne, neue Art des Wienerischen“. Fazit: Vernetzung ist alles Ob Bildregisseur Axel Hofmann , der live Pannen ausbügeln muss, ohne dass der Zuschauer es merkt , oder das Musik-Duo Pilat & Pross , die sich blind verstehen: Der Tenor des Abends ist eindeutig. In einer Zeit, in der vieles digital und oberflächlich läuft, ist der persönliche Kontakt Gold wert. Der Stammtisch für Kunstschaffende von Reinhart Gabriel beweist: Wenn Menschen ihre Geschichten teilen, entstehen nicht nur Netzwerke, sondern Inspiration für die Zukunft. Die Gäste dieser Ausgabe Reinhart Gabriel: Gastgeber & Seminarleiter Reinhold Bilgeri: Rockprofessor & Multimedia-Künstler Laura Bilgeri: Schauspielerin & Musikerin Hans Ecker: AKM-Vizepräsident Emanuel Treu: Songwriter, Podcaster & AKM-Vorstand Eva Glawischnig-Piesczek: Ex-Politikerin & Sängerin Gerhard Koller: Journalist (W24) Axel Hofmann: Bildregisseur Adi Hirschal: Schauspieler & Intendant Christoph Hirschler: Kinderentertainer Alexander Kahr: Musikproduzent Pilat & Pross: Musik-Duo Sonja Plöchl: Model & Bookerin Credits: Redaktion & Schnitt: Manuel Waldner | Kamera: Marcus Schwemin