WEIRDOS AUS DER TUBE

Youtube ist eine, wenn nicht DIE am größten wachsende Internetplattform überhaupt. Klar hätte ich das recherchieren können, aber... shut up! Die Zahl an kreativen Contentkreatoren - oder Kreaturen, je nachdem - übersteigt längst die Zahl an Fingern meiner selbst und der Nachbarschaft. Und keiner von denen hat meines Wissens in einem Sägewerk gearbeitet! Kurzum: Es sind eine ganze Menge. So viele sogar, dass man mitunter dazu tendiert den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen. Zum Glück haben wir für euch wie immer eine kleine Sammlung angelegt, wobei es vor allem mir, dem dicken Chefredakteur und Nachtwächter Peter.W. ein Anliegen war, euch besonders weirde, aber nichtsdestotrotz brillante Exemplare herauszufischen. Viel Vergnügen!





1. UpIsNotJump





Matthew Hamlin (* 1990) alias UpIsNotJump ist ein englischer Youtuber dessen absurde, sketchartige Videos vornehmlich auf Gaming-Inhalte getrimmt sind. Daneben behandelt er jedoch auch Themen wie das Kochen nach Rezepten von Gordon Ramsay, seine wenig erfolgreichen Versuche der Zimmerei anhand eines Videotutorials, das Malen von Landschaftsbildern a la Bob Ross und die Entstehung des Universums sowie die Hintergründe des Klimawandels. Letzteres mag überraschen, allerdings verfügt Hamlin über einen Master der Analytischen Chemie, zudem war er einige Zeit als Chemielehrer tätig. Seine wissenschaftlichen Beiträge sind nicht nur zum Schreien komisch, sondern auch sehr informativ und nachvollziehbar für jene, die beim Unterricht damals gepennt haben, weil ihr Lehrer damals im Vergleich dazu eine Schlaftablette war. Eine kinderfreundliche Version desselben Videos wie oben findet ihr übrigens hier!






2. Alex Ernst




Diesen Beitrag habe ich dem Kollegen Waldner zu verdanken, der mich vor einigen Jahren darauf stieß, wie ein Hundebesitzer seinen besten Freund ins soeben Erbrochene. Seines Hundes nämlich, der nicht sein bester Freund ist, sondern sein schlimmster Feind! Ähnlich wirre und windungsreiche Plot-Twists erwarten einen beim Ansehen dessen, was Alex Ernst seit 2009 an Content raushaut. Vlogs über einen charismatischen jungen Filmemacher auf der ständigen, gentlemanliken Flucht vor Hirngespinsten, Intrigen und Verschwörungen auf höchster Ebene. So überzeugt von sich selbst und seiner Rolle in allem das angeblich vor sich geht, dass er nicht einmal davon zurückschreckt seinen eigenen Tod vorzutäuschen. Oder ist auch das nur ein Trick? Vielleicht ist Alex Ernst tatsächlich schon lange tot...




3. Bill Wurtz




Viele werden jetzt sagen: Bill Wurtz, ernsthaft?! Schon klar, der Mann hat über 5 Millionen Subscriber und dieses Video allein schon über 130 Millionen Views. Die enorme Leistung die der 1989 in Upstate New York geborene Musiker und Animation artist William James Wurtz II vollbracht hat, ist trotzdem nach wie vor erwähnenswert. Und wir reden hier nicht allein von den Vorbereitungen zu diesem Video, die trotz seines bereits vorhandenen, regen Interesses an Geschichte und Wissenschaft enorm waren. Bill Wurtz ist ein absoluter Workaholic und hat seit 2002 bereits mehr Material in der Schublade als er bis heute in der Lage war unter die Leute zu peitschen. Er ist bekannt für seine kurzen, eigenwilligen Musikvideos und Memes, deren eigener, minimalistischer Stil zu einem Markenzeichen geworden ist.




4. Alasdair Beckett-King 

 



Der 1984 geborene Stand up-Comedian und Videospiel-Autor Alasdair Beckett-King aus Durham, England scheint trotz seines enormen Talents noch zu den absoluten Geheimtipps auf Youtube zu zählen, was sich in den kommenden Jahren zweifelsohne noch ändern dürfte. Denn ABK, wie er auch genannt wird, kann es in punkto Witz, Präsentation, Originalität und Timing längst mit den ganz Großen aufnehmen. Seine popkulturellen Referenzen sind nie einfach On-the-nose, sondern überraschen mit ausgeklügelter Spitzfindigkeit und spürbarer Liebe zum Detail.





5. Caddicarus




Caddicarus aka Jim Caddick (* 1994) ist ein weiterer englischer Youtuber mit Affinität für Videospiele und auch sicher kein Unbekannter. Ihn dennoch auf die Liste zu setzen hat gute Gründe, denn nicht nur begeistert er über viele Jahre hinweg das Netz mit seinen zum Schreien komischen Reviews, ihm obliegt auch die Ehre eines der merkwürdigeren britischen Kulturgüter an die Welt vermittelt zu haben, nämlich die sogenannten Nursery Rhymes. Kinderlieder und Gedichte mit zum Teil höchst makabrer Hintergrundgeschichte und/oder ziemlich unsinnigem Text.





#FEEDBACK

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Zwischen Algorithmus und echtem Applaus: Warum die österreichische Kunstszene wieder offline geht Wir leben in einer Zeit, in der sich Kunstschaffende oft in einer digitalen Blase aus TikTok, Instagram und Spotify-Playlists bewegen. Man kennt sich online, likt die neuesten Releases, aber die echte, physische Begegnung bleibt oft auf der Strecke. Genau hier setzt der "Stammtisch für Kunstschaffende" an, der nun bereits zum 16. Mal stattfand. Was als Idee von Initiator Reinhart Gabriel begann, weil er selbst einmal frustriert vier Stunden lang auf einem Netzwerktreffen stand, ohne jemanden kennenzulernen, hat sich zu einer echten Institution entwickelt. Es ist mehr als nur ein Get-together; für viele fühlt es sich mittlerweile wie eine Familie an. Das Konzept: Sichtbarkeit für alle Der Abend beginnt mit einer Tradition, die anfangs vielleicht langwierig wirkt, aber das Herzstück des Events ist: Jede und jeder im Raum wird namentlich und mit Funktion vorgestellt. Das bedeutet, dass nicht nur die Frontsänger im Rampenlicht stehen, sondern auch der Tontechniker, der Lichtmann oder der Schlagzeuger die Anerkennung bekommen, die sie im Business oft vermissen. Fotograf Florian Auer bringt es auf den Punkt: Es gibt so viele Momente, die ohne Fotografie für immer verloren gehen würden, und der Stammtisch zeigt, dass jeder Kunstschaffende – egal ob Musiker, Maler oder Fotograf – eine völlig andere, wertvolle Perspektive mitbringt. Dass es bei Kunst nicht nur um kreative Höhenflüge geht, beweist die Gästeliste. So mischen sich auch mal Steuerberater unter das Publikum. Denn die harte Realität ist: Bürokratie und Administration sind nicht sexy, aber essenziell, um als Künstler nicht in den Konkurs zu schlittern. Auch Christina Klug, selbst Singer-Songwriterin, setzt genau hier an und leitet in Niederösterreich kostenfreie Fortbildungen für Newcomer, die Themen von Finanzplanung bis Veranstaltungsrecht abdecken. Real Talk: KI-Bands vs. Menschliches Charisma Ein Thema, das die Szene aktuell stark beschäftigt und auch an diesem Abend für Diskussionsstoff sorgte, ist der rasante Aufstieg der Künstlichen Intelligenz. Wenn KI-generierte Bands plötzlich hunderttausende Follower auf Spotify generieren, stellt sich unweigerlich die Frage nach der Zukunft der Branche. Doch die Stimmung vor Ort ist erstaunlich unaufgeregt und hoffnungsvoll. Der Konsens: Live-Musik wird niemals aussterben, weil Menschen Berührungspunkte mit wahren Persönlichkeiten suchen. KI wird von vielen modernen Songwritern mittlerweile als Werkzeug und Input-Geber genutzt – ähnlich wie ein Produzent –, aber den Kern der Kunst kann sie nicht ersetzen. Musikproduzent Alexander Kahr, der seit 30 Jahren in der Branche tätig ist, fasst es passend zusammen: Charisma kann man nicht kaufen. Wer nur für Ruhm oder Geld auf der Bühne steht, wird es schwer haben. Wer jedoch brennt und Musik macht, weil er gar nicht anders kann, hat die besten Karten auf eine langfristige Karriere. Letztendlich wird sich immer der Mensch mit seinen echten Emotionen durchsetzen, denn einen Song, der wirklich von Herzen kommt, kann nur ein Mensch schreiben. Die Gesichter der Szene: Von gebrochenen Herzen bis zu bemalten Fassaden Die Diversität des Stammtischs spiegelt sich in seinen Gästen wider. Es ist ein Raum, in dem unterschiedlichste Generationen und Disziplinen aufeinandertreffen: Junge Stimmen: Die 18-jährige Alycia May feiert gerade mit ihrer neuen Single "MT Faces" Radio-Erfolge. Auch der frisch volljährig gewordene Noa nutzt die Musik als seinen ganz persönlichen Kanal: Er verarbeitet sein, wie er selbst sagt, "miserables Liebesleben" in seinen Songs und macht das Schreiben zur Eigentherapie. Bildende Kunst: Doris Maria Wintner reiste extra aus Tirol an. Die Künstlerin arbeitet nicht nur mit Acryl, sondern integriert Naturmaterialien wie Erde oder Gras in ihre Werke und bemalt auch mal spontan komplette Hausfassaden in ihrer Nachbarschaft. Die Routiniers: Georgij Makazaria, bekannt als charmanter Frontmann und TV-Gesicht, beweist, dass auch Profis menschlich bleiben, wenn er lachend von totalen Blackouts bei Live-Moderationen erzählt. Neue Releases: Stefan Eigner kündigt seine neue Single "Schwarz und weiß" an, in der er das Ende seiner letzten Beziehung verarbeitet. Das Duo Istzustand (Marion und Mario) steht kurz vor dem Release ihrer in Italien gedrehten Rock-Hymne "Endstation". Außerdem mischten sich Branchengrößen und Talente wie Lucas Fendrich, Pablo Grande, Sidrit Vokshi und Helga Matzka unter die Gäste und sorgten für einen dichten, interdisziplinären Austausch. Der 16. Stammtisch für Kunstschaffende hat eines klar bewiesen: Die österreichische Kunstszene ist lebendig, solidarisch und bereit für die Zukunft. Egal ob vor dem Mikrofon, hinter der Kamera oder am Mischpult – man unterstützt sich. Und am Ende des Abends geht es beim gemeinsamen Jammen bis in die frühen Morgenstunden ohnehin nur um eines: die pure Leidenschaft für die Kunst.