RÜCKKEHR IM SCHATTEN DER STERNE

Rückkehr im Schatten der Sterne

Wie Artemis II und III unsere Zukunft neu schreiben

Ein halbes Jahrhundert nach den letzten Schritten im lunaren Staub hat die Menschheit den Mond wieder berührt – zumindest mit den Augen einer neuen Generation von Pionieren. Mit der erfolgreichen Rückkehr der Artemis II-Mission hat die NASA das Tor zu einer interplanetaren Zukunft weit aufgestoßen. Doch das war nur das Vorspiel. Ein Blick auf den aktuellen Stand des ehrgeizigsten Abenteuers unserer Zeit.


Die Nacht leuchtet anders, wenn man weiß, dass wir wieder dort draußen navigieren. Der Mond, unser ständiger, stiller Begleiter, rückt rasant in greifbare Nähe und wird zur wichtigsten Station des Sonnensystems. Mit dem Artemis-Programm bricht eine Ära an, in der es nicht mehr nur um Flaggen und Fußabdrücke geht, sondern um das Bleiben. Nach dem historischen und makellosen bemannten Flug von Artemis II rückt nun die nächste hochkomplexe Phase in den Fokus: Artemis III.


Es ist ein Vorhaben, das die Grenzen menschlicher Ingenieurskunst sprengt und die Brücke zwischen der Kulturgeschichte der Apollo-Ära und einer Mars-besiedelnden Zukunft schlägt.


Artemis II: Eine meisterhafte Rückkehr aus dem Deep Space


Die Feuerprobe ist bestanden. Mit der sicheren und atemberaubenden Rückkehr der vierköpfigen Crew von Artemis II hat die Menschheit offiziell den niedrigen Erdorbit wieder hinter sich gelassen. Zehn Tage lang hielt die Welt den Atem an, als die Orion-Kapsel in den Weltraum schoss, sich dem Mond näherte und ihn in einer weiten Schleife umrundete.


Der Flugplan erwies sich als meisterhafter Erfolg: Die Crew nutzte die Gravitation unseres Trabanten wie eine kosmische Steinschleuder, um wieder punktgenau zur Erde zurückzukehren. Diese absolute Generalprobe hat bewiesen, dass die neuen Lebenserhaltungssysteme, die Kommunikation und die Manövrierfähigkeit der Orion-Kapsel den extremen Bedingungen des Weltraums standhalten.


Die vier Pioniere an Bord haben den Mond aus nächster Nähe betrachtet, uns unvergessliche, hochauflösende Bilder eines neuen "Erdaufgangs" geliefert und damit das Fundament für den nächsten, weit komplexeren Schritt gegossen. Wir beherrschen den Weg. Nun müssen wir das Ankommen proben.

Artemis III: Das komplexe Ballett im Erdorbit


Mit dem Triumph von Artemis II im Rücken richtet sich der Blick nun auf Artemis III. Ursprünglich sollte dies der Moment sein, in dem die Menschheit wieder auf der Mondoberfläche landet. Doch strategische Weitsicht und technologische Realitäten haben das Drehbuch umgeschrieben. Der Weltraum verzeiht keine Eile.


Nach aktuellen Anpassungen der NASA-Architektur wird Artemis III nicht direkt die Landung am lunaren Südpol durchführen. Stattdessen wird die Mission im Erdorbit stattfinden, um ein absolut essenzielles Manöver zu proben: das Andocken im All. Die Astronauten werden in der Orion-Kapsel aufsteigen und sich mit den riesigen, kommerziell entwickelten Mondlandern – wie dem Starship HLS von SpaceX – verbinden.


Dieser Schritt ist von immenser Wichtigkeit. Bevor Menschen in einem völlig neuartigen, gigantischen Landungssystem auf dem Mond aufsetzen, müssen das Betanken im All und das präzise Andocken von Raumschiffen unterschiedlicher Hersteller hundertprozentig fehlerfrei funktionieren. Die eigentliche Mondlandung, bei der erstmals eine Frau und eine nicht-weiße Person den lunaren Staub betreten, rückt damit auf die nachfolgende Artemis IV-Mission.

Der Blick nach vorn



Artemis II hat uns gezeigt, dass wir wieder bereit sind, den Ozean des Kosmos zu befahren. Die nun folgende Artemis III-Mission ist der Architekturplan für das Kollektiv Menschheit, um die Werkzeuge für eine multiplanetare Spezies zu schmieden. Die aktuellen Anpassungen erinnern uns daran, dass wir hier nicht einfach ein Raumschiff bauen, sondern die permanente Infrastruktur für eine völlig neue Epoche. Wenn wir in naher Zukunft die orbitalen Testflüge dieser Ära verfolgen, wird dies weit mehr als ein wissenschaftlicher Erfolg sein. Es ist der Beweis: Wenn wir bedacht, präzise und gemeinsam voranschreiten, ist selbst der Himmel nicht mehr das Limit.

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2019 wurde auf 4chan dazu aufgerufen Fotos zu posten, die folgenden Kriterien entsprechen sollten: "disquieting images that just feel 'off'" Am 18. Mai reichte ein anonymer User das Foto eines unwirtlichen gelben Korridors ein, das bereits seit mindestens 2011 im Netz kursierte. Dieses wurde am darauffolgenden Tag von einem anonymen User um den Namen Backrooms und folgende Creepypasta ergänzt: If you're not careful and you noclip out of reality in the wrong areas, you'll end up in the Backrooms, where it's nothing but the stink of old moist carpet, the madness of mono-yellow, the endless background noise of fluorescent lights at maximum hum-buzz, and approximately six hundred million square miles of randomly segmented empty rooms to be trapped in God save you if you hear something wandering around nearby, because it sure as hell has heard you. Von da an ging eine Welle der Inspiration durch's Netz. Fans bauten weiter auf dem Mythos auf, kreierten ihre eigenen Bilder, Geschichten, Spiele und Filme. Diverse Internethorror-Channels berichteten über das Phänomen und auch wir vom Kollektiv-Magazin stellten die Backrooms im August 2021 in unserem Artikel Dark Oddities # 13 vor und kamen sogar auf das zugrundeliegende Konzept der Liminal Spaces zu sprechen. Den wirklichen Durchbruch schafften die Backrooms aber am 1. Februar 2022, als der damals 16-jährige Filmemacher und VFX-Artist Kane Parsons aka Kane Pixels das Erste einer ganzen Reihe von Analog Horror-Videos veröffentlichte: "The Backrooms (Found Footage)". Das raffiniert gemachte Nischenprojekt avancierte rasch zur viralen Sensation. Innerhalb eines Monats wurde es 13 Millionen mal angeklickt. Und die Massen hungerten nach mehr!